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Presse



März 2015
Eröffnung des Schweizerischen Zündholzmuseums


Die langersehnte Eröffnung des Schweizerischen Zündholzmuseums ist bereits Geschichte. Am 14. März 2015 war es endlich soweit. Bei strahlendem Sonnenschein strömten um 10 Uhr die ersten geladenen Gäste ins blumengeschmückte Museum. Beim Apéro und gepflegtem smalltalk trafen sich rund 40 Vertreter aus verschiedenen politischen, kulturellen und musealen Organisationen.





Anschliessend hielt Ernst Glanzmann, Mitglied der Museumsleitung, eine Antrittsrede welcher ein Grusswort des Solothurnischen Kulturministers, Dr.Remo Anklin folgte. Ebenfalls zu den geladenen Gästen zählte Frau Regierungsrätin Esther Gassler.





Im Anschluss wurde das Museum offiziell als eröffnet erklärt. Die geladenen Gäste erhielten beim Rundgang im Museum einen Eindruck der vielfältigen und interessanten Aspekte über 150 Jahre Schweizerische Zündholzgeschichte.





Am Nachmittag war das Museum für das Publikum geöffnet. Scharenweise strömten sie herbei um sich zu informieren was es um ein vermeintlich banales Produkt wie das Zündholz zu sehen gibt. Praktisch alle Besucher waren erstaunt über die Vielfalt der gebotenen Informationen rund ums Zündholz. In 37 Vitrinen erlebten sie die Anfänge des Zündholzes mit der ersten Zündholzfabrik der Schweiz über das soziale Umfeld der Fabriken bis zur Chemie des Zündholzes oder Kurioses rund ums Zündholz. Im Untergeschoss staunten die Besucher über eine rund zehn Meter lange und 20 Tonnen schwere Zündholzmaschine aus dem Jahr 1930.





Beim Besucher-Wettbewerb musste die Anzahl Streichhölzer in einem Glasgefäss geschätzt werden. Die drei Teilnehmer mit dem besten Schätzresultat erhielten einen Preis.
Es sind dies:

1.Rang: Cornelia Frei, Aarau

2.Rang: Walter M. Grolimund, Niedergösgen

3.Rang: Kurt Schäfle, Aarau






Februar 2012
Tag der offenen Tür
Das Oltner Tagblatt berichtet über den Tag der offenen Tür nach dem Umbau und der Renovation des Schweizerischen Zündholzmuseums...





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Oktober 2011
Promistreichholzweitwerfen
Publikumsliebling Maxi Arland war nach Gröbzig gekommen, um mit dem Rekorde-verein „Gröbziger Stadtrekorde“ einen Beitrag für eine Fernsehsendung des MDR aufzuzeichnen. Dabei handelt es sich um zwei Stadtrekorde, einmal um die längste Apfelschale und das mit Wasser gefüllte Gummistiefelweitwer-fen.
Ob es neue Rekorde beim Streichholzweit-werfen gegeben hat, wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Das alles kann sich jeder selbst am Freitag den 28. Oktober ab 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen bei „Der Herbst ist gekommen“ anschauen.
(Quelle: WochenSpiegel)


August 2009
Jazz-Festival der fünf Kontinente
Diese Reklame für das 10. Jazz-Festival der fünf Kontinente stammt aus dem TGV-Magazin. In Marseille im Palais Longchamp konnten Liebhaber der Jazzmusik sechs Tage lang ihrer Musik aus fünf Kontinenten zuhören.
Ob es sich bei der Zündholzschachtel um eine aufgeklebte Etikette handelt oder eine spezielle Schachtel herausgegeben wurde ist im Moment noch nicht gesichert.

Juli 2009
Streichholzschachteln zum Flirten

Aus der deutschen Zeitschrift "Bild der Frau" vom 17. Juli 2009

Februar 2009
Zündholzreklame von Aldi Schweiz
Eines der seltenen Exemplare von Zündholzwerbung im Schweizer Blätterwald.


Aus Aldi Woche Schweiz Februar 2009

Oktober 2008
Zündholzhersteller stellt Produktion in Tschechien ein

Der einzige Streichholzhersteller in Tschechien, Solo Susice (Foto), stellt seine Produktion Ende dieses Jahres ein und wird 55 von 83 Angestellten entlassen. Das meldet heute der Server Novinky.cz unter Berufung auf Informationen der Firmenleitung. Das Unternehmen im Kreis Klatovy in Südböhmen will seine Produktion wegen der niedrigeren Kosten ins Ausland verlagern.

Nach Angaben des Unternehmenssprechers Jioi Janousek wurde dem Traditionsunternehmen vor allem die starke tschechische Krone zum Verhängnis, denn etwa 85 Prozent der Produktion gingen in den Export. Als weitere Gründe, die die Zündholzpoduktion in Tschechien in jüngster Zeit unrentabel werden liessen, nennt Janousek den starken Anstieg der Preise für Energie, Holz und Chemikalien. In welchem Land das Unternehmen künftig seine Zündhölzer produzieren wird, sei noch nicht entschieden. Die Marke Solo werde aber erhalten bleiben.

Das Unternehmen wird derzeit in eine Handelsgesellschaft transformiert, die sich auf den Verkauf von Zündhölzern konzentriert. In diesem Bereich sollen 28 Angestellte weiter beschäftigt werden, so Janousek. Die Produktion von Zündhölzern in dem Werk in Susice begann schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Tschechien Online / Photo ETK


Februar 2005
Striktes Feuerzeug-Verbot auf allen Flügen in die USA

Wer in die USA fliegt, muss immer strengere Vorschriften befolgen: Künftig dürfen auch Feuerzeuge nicht mehr mit ins Flugzeug. Das Verbot wird möglicherweise auf Streichhölzer ausgeweitet.
Dass Nagelscheren und Sackmesser nicht mehr an Bord dürfen, ist mittlerweile den meisten USA-Reisenden klar. Ab 15.Februar ist nun auch das Mitführen von Feuerzeugen mit Butangas auf Flügen von den und in die USA sowie im inneramerikanischen Flugverkehr untersagt. Das Verbot beschränkt sich nicht nur auf das Handgepäck, sondern gilt auch für das eingecheckte Gepäck im Frachtraum. Butangas ist in den meisten handelsüblichen Feuerzeugen enthalten.

Die Swiss wurde Mitte Januar über die entsprechende Verfügung der US-Transportsicherheitsbehörde informiert, wie die NZZ gestern berichtete. Laut einem Swiss-Sprecher prüft die Behörde nun, ob auch Streichhölzer aus den Jets verbannt werden sollen.

Der Flughafen Zürich wurde im Gegensatz zur Swiss noch nicht über die Massnahmen informiert. Laut Sprecherin Sonja Zöchling dürfte es eine Herausforderung sein, Feuerzeuge in den eingecheckten Koffern aufzuspüren.

20min vom 10. Februar 2005


September 2003
516 000 Streichhölzer

Ein inoffizieller Weltrekord zum 70-jährigen Bestehen: Blauring und Jungwacht Birsfelden verbrannten eine halbe Million Streichhölzer.
Kurz nach neun Uhr abends auf dem Sportplatz Sternenfeld in Birsfelden: Am Himmel hängen dicke Regenwolken, der Wind fährt immer wieder in die weissen Plastikplanen, die eben noch die 36 kreisförmig. angeordneten Holzplatten bedeckten. Darum drängen sich Jungen und Mädchen von Blauring und Jungwacht und warten auf den Weltrekordversuch: 516 000 gesponserte Streichhölzer sollen - in Anlehnung an die beliebten Domino-Days - nacheinander abbrennen. Die sorgfältig aufgeklebten Zündholzreihen kringeln sich zu Ornamenten und Emblemen, führen über Brücken und Hügel, bis sie ihr Ziel, einen grossen Vulkan erreichen. "Gartechörli", "Ying-Yang" oder "Bridge" heissen die fantasievollen Gebilde, welche Birsfelder wie externe Gruppen zum Feuerreigen beisteuerten. Letzte Hand wird angelegt, die Nervosität steigt.

Das lange Bangen hat ein Ende: Unbeeindruckt von den ersten Regentropfen, frisst sich die Flamme gemächlich an den Ring heran, teilt sich in zwei Stränge und zieht dann eine feurige Spur durch die Bilder. Mächtige Schwefelwolken steigen auf, wenn Tafeln mit bis zu 40 000 Streichhölzern gleichzeitig entflammen; aus einem aluminiumverkleideten Behälter steigen Ballone auf; "Jetzt oder nie - Pyromanie!" skandieren die jugendlichen Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert. Zuletzt vereinigen sich die beiden feurigen Bahnen wieder und setzen den Vulkan in Brand. Jubel. Applaus. Für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde hat es aber kaum gereicht. Wegen des starken Winds musste dem Feuer wiederholt nachgeholfen werden.

Die Aktion war Höhepunkt des 70-jährigen Bestehens von Blauring und Jungwacht Birsfelden, das am vergangenen Wochenende gefeiert wurde. Bereits am Freitag fand ein Jubiläumsessen für die ehemaligen Mitglieder des Blaurings und der Jungwacht statt, bei der alte Freundschaften aufgefrischt und gemeinsame Erlebnisse nacherzählt werden konnten. Der Samstag aber gehörte den Aktiven, mit Spielen und Attraktionen, einer Live-Band und natürlich dem Weltrekordversuch.

Bericht von jaw / Bild von Mathias Leemann
Basler Zeitung vom 1. September 2003


November 2002
Museumsreife Sammlerstücke

Zündholzschachteln sammeln ist ein beliebtes Hobby. So beliebt, dass der Sammlerklub auf ein schweizerisches Museum hinarbeitet.
Besonderer Beliebtheit erfreut sich unter zahlreichen Steckenpferden das Zündholzsammeln. Reger Tauschhandel führte schliesslich zu landesweiten Kontakten. Dies auch wegen zunehmender Publizität.

Die Kernfrage lautete: Was soll man tun mit historischen und aktuellen Kostbarkeiten, um sie einem grösseren Publikum zugänglich zu machen? Und siehe da: Der Vermögende (vor ein paar Jahren verstorbene) Appenzeller Konrad Nef gründete eine grosszügige Stiftung. Dank ihm ist ein schweizerisches Zündholzmuseum geplant. Für dessen Realisierung wurde diesen Frühsommer in Oftringen der Schweizerische Zündholzsammler-Klub gegründet. In Oftringen, weil dies der Wohnort eines der Museums-Hauptpromotoren, Beat Wasser, ist, und weil viel künftiges Museumsgut dort einen vorläufigen Standort gefunden hat.

Zu seinem Präsidenten wählte der konstituierte Klub den Krienser Moritz Camenisch. Bezeichnend für die Sache ist, dass auch deutsche Sammler anwesend waren und bei uns Klub-Mitglieder geworden sind. Als besonders interessant erweist sich das Tauschen zwecks Vervollständigung von Serien. Zu den Herausgebern ganzer Serien zählen nicht zuletzt auch Unternehmen, Institutionen, Zeitungen, Parteien, das Gast- und das Hotelgewerbe, die Tourismusindustrie usw. So gesehen wollen Zündholzschachteln kleine, sympathische Werbeträger in oft anspruchsvoller Aufmachung sein. Um ihnen ein ebenso sympathisches Denkmal zu setzen, fühlt sich der Klub auch den einstigen, geradezu zahlreichen Zündholzfabriken im eigenen Land verpflichtet.

Schweden und Deutschland führen längst ihre eigenen Zündholzmuseen. Zu ihnen unterhält der Klub bereits wertvolle Kontakte. Und über die Internetadresse www.zuendholzmuseum.ch ist bereits teilweise ersichtlich, wie man sich zum Beispiel die Serienregistrierung im künftigen Museum vorzustellen hat.
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Bericht von Trachsel Franz
Anzeiger Luzern vom 8. November 2002


September 2000
Zündholzbriefli sind seine Passion

Beat Wasser aus Oftringen sammelt Zündholzschächtelchen und -briefchen. Mit gut einer Million Sujets ist er einer der wichtigsten Sammler der Schweiz. Nun soll er ein Museum einrichten - und dies möglicherweise im Kanton Aargau.
Beat Wasser, gelernter Maschinenschlosser, arbeitet bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB, wohnt in einem Hochhaus in Oftringen, ist verheiratet und im Schützenverein. Seit seinem 10. Geburtstag sammelt er. Auf die Zündhölzli brachte ihn ein Freund aus Deutschland. Heute, so schätzt er, dürften es gut eine Million Sujets aus über hundert Ländern sein, die Wasser auf Briefchen und Schächtelchen zusammengetragen hat.

Bilder mit Licht und Früchten

Gelagert sind sie in seinem Ferienhaus im bündnerischen Surrein, in Schränken, Ordnern, Schuhschachteln und Papiersäcken. Zündholz-Bilder sind, im Gegensatz zu Briefmarken, preisgünstig. Das Teuerste kostete 40 Franken: Eine Schachtel-Umhüllung, die auch als Nachtlicht zu gebrauchen ist. Die ältesten Sujets stammen aus dem 19.Jahrhundert. Daneben gibt es Reklameschächtelchen für Zigaretten, Geschenk- und Souvenirartikel, Kunststoff- und Zauberschachteln, solche mit Kugelschreibern, Autos, Schnapsflaschen, Diamanten; und, als neustem Gag, mit Früchten drauf. Und es gibt unzählige Besonderheiten: Zum Beispiel das Schächtelchen von 1883, das die Zunge rausstreckt, bevor man ihm das Zündhölzli entlockt.

Meist sammelt Wasser nur die Bilder, die er vorsichtig abtrennt. Nur die besonderen Schächtelchen und Briefchen bleiben erhalten - meist ohne ihren ursprünglichen Inhalt. "Selbst wenn die Zündhölzli drin bleiben", sagt Wasser,"sind sie nicht so feuergefährlich wie man glauben könnte." In einem eigenen Schrank bewahrt Wasser die Sammlung von Konrad Nef aus dem Ausserrhodischen Teufen auf.

Besonderes Vermächtnis

Dieser starb am 6.Februar 1999 und hinterliess 80'000 bis 100'000 Zündholzschachteln und -briefe aus rund 130 Ländern. Ausserdem besass er ein schönes Vermögen. Das meiste Geld hatte er beim Spekulieren an der Börse gemacht. Und weil er keine Erben hatte, vermachte er den grössten Teil, zum Zweck der Gründung eines Zündhölzli-Museums. Eine Stiftung wurde gegründet, Beat Wasser wurde ihr Präsident. Das aussergewöhnliche Vermächtnis verlangt, dass Zündhölzli-Sammlungen künftig an einem Ort fachgerecht aufbewahrt und präsentiert werden und mit entsprechender Literatur über Herstellung und Vertrieb der Zündholzsachen in der Schweiz ergänzt werden.

Beat Wasser sucht zurzeit in der ganzen Schweiz einen idealen Museumsstandort; unter anderem im Kanton Aargau. Im Vordergrund steht eine gute Anbindung an Bahn, Bus und Autobahn. Das Museum soll aus den Zinsen von Nefs Vermächtnis bestritten werden; ein Neubau kommt deshalb nicht in Frage. "Am liebsten wäre mir etwas Nostalgisches", sagt Wasser. In zwei bis drei Jahren, schätzt er, soll das Museum realisiert werden. Den Aufbau des Museums will er jedenfalls nutzen, um die vielleicht 2000 Zündhölzlisammler der Schweiz zusammenzuführen und Tauschtreffen zu organisieren.

Auftrieb für Schweizer Sammler

Denn die Schweiz ist Zündhölzli-Entwicklungsland: Die meisten Sammler sind Mitglied des deutschen Zündhölzli-Clubs, und produziert wird hierzulande seit zehn Jahren nicht mehr. Als Letzte schloss die Diamond SA in Nyon die Tore, zuvor hatten bereits die Terza in Unterterzen und die Zündwarenfabrik Kandergrund den Betrieb dichtgemacht. Früher, so hat Beat Wasser nachgeforscht, zählte die Schweiz 174 Zündhölzlifabriken, sechs davon im Kanton Aargau.
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Aargauer Zeitung 6. September 2000


August 2002
Mit Feuereifer Zündhölzchen sammeln

Zündholzschachteln, -briefchen und -etiketten entflammen Beat Wassers Leidenschaft. Er besitzt eine der grössten Sammlungen der Schweiz und will mit seinen Kollegen ein Museum eröffnen.
Eine der komplettesten Russischen Zündholzsammlungen von 1950 bis 1995 befindet sich in Oftringen. In einem Kasten im Keller des Einkaufszentrums eo stehen unzählige Ordner mit aufgeklebten, fein säuberlich katalogisierten Zündholzbriefchen und -schachteln. Vorsichtig blättert Beat Wasser die Papierbögen um, zeigt da und dort auf ein ganz besonderes Sujet. Der 52-jährige Maschinenschlosser kennt sich aber nicht nur bei den kyrillisch angeschriebenen Zünd-holzverpackungen aus. Er besitzt selber eine der grössten Sammlungen der Schweiz. Rund eine Million Zündholzschachteln und Zündholzbriefli nennt er sein Eigen. „Zum Sammeln muss man geboren sein“, sagt Wasser, der bereits als kleiner Junge keine Zündholzschachteln wegwerfen konnte. Kaufen aber auch nicht, wie er betont. Aufgewachsen in Hirschthal neben einem Restaurant habe er seine ersten Trouvaillen von den Gästen erhalten.
Wasser hat seine Zündholzbriefli gestreckt gesammelt. Das heisst, er hat Klammern und Zündhölzer entfernt, und die geöffneten Briefli in Alben geklebt. „Mein Zimmer wäre sonst schon bald zu klein gewesen“, sagt er. Und zudem müsse man den Überblick behalten können. Den hat Beat Wasser auch heute noch. Im eo-Keller lagern nicht nur die russischen, sondern insgesamt rund eine halbe Million Zündholzetiketten, -schachteln und -briefli. Metallfässer und Kunststoff-kisten sind randvoll, aber bereits nach Gebieten geordnet. Restaurants, Versicherungen, Garagen, Tourismus, jede der unzähligen Sparten hat einen eigenen Behälter. Das reiche aber nicht, sagt Wasser. Jedes der Sammelobjekte müsse im Computer gespeichert, katalogisiert werden. Für Sicherheit sorgen eine Sprinkleranlage und Feuerlöscher.

Das Ordnen der Zündholzschachteln erledigt Wasser nicht allein. „Das wäre unmöglich“, betont er. Und nur zum Plausch sitzt er mit seinen fünf Kollegen auch nicht tagelang im Kellerraum. Mit dem Sortieren der Sammelobjekte verfolgen sie ein Ziel. Sie möchten das erste Zündholz-Museum der Schweiz eröffnen. „Die Idee stammt nicht von uns“, so Wasser. Sein im Frühjahr 1999 verstorbene Sammlerkollege Konrad Nef aus Teufen habe ihm eine rund 100'000 Stück umfassende Sammlung vermacht. Aber nicht nur. Der Verstorbene hatte testamentarisch bestimmt, dass ein Teil seiner Hinterlassenschaft in ein Museum über das Zündholzwesen fliessen. Ein Projekt, das viel Arbeit und Planung voraussetzt. Darum haben Wasser und seine Kollegen im Herbst 1999 die Konrad-Nef-Stiftung und im Juni diesen Jahres den Sammlerclub gegründet.

Seit rund zwei Jahren sind die sechs Kollegen auf der Suche nach einem geeigneten Haus. „Es darf nicht zu klein sein“, erklärt Wasser. Denn auch die im Sommer in Polen eingekaufte Zündholzmaschinen wollen die ehrgeizigen Sammler aufstellen. „Das Zündholzmuseum muss für die Besucher ein spannender Ausflug in eine ihnen vielleicht bis dahin unbekannte Welt sein“, so Wasser. Noch sind die zukünftigen Museumsbetreiber betreffend Liegenschaft nicht fündig geworden. Über ein sich in der engeren Auswahl befindendes Objekt im Kanton Aargau will Wasser noch nichts sagen. Es sei noch nicht spruchreif.

Den Grossteil seiner Freizeit verbringt Wasser mit seinen Sammelobjekten. „Ich lebe für sie“, sagt er, der keine Kinder hat. Seine Frau unterstütze ihn, finde ebenfalls Gefallen an seinem Hobby. Einem brotlosen, aber umso spannenderen, denn mit Geld habe das alles gar nichts zu tun, betont er. Die meisten Zündholzschachteln und -briefchen habe er gratis bekommen. An Börsen würden seltenere Exemplare mit bis zu 40 Franken pro Stück gehandelt. Das würde er aber nicht bezahlen. Wassers Stolz ist ein schwedisches Zündholzetikett das einen Wert von rund 300 Franken hat. „Unwichtig“, so der Sammler. Viel mehr freue er sich an den schönen Bildchen, oder wenn er eine Serie komplettiert habe.

Wasser rechnet damit, dass die rund 500'000 Zündholzschachteln noch etwa zwei bis drei Jahre im eo-Keller lagern werden. Bis dahin soll eine genügend grosse und auch finanzierbare Liegenschaft gefunden sein. Die Vorbereitungen laufen auf verschiedenen Ebenen auf Hochtouren. So hat das erste Zündholzmuseum der Schweiz bereits vor seiner Eröffnung eine eigene Homepage.

Unter www.zuendholzmuseum.ch stellen Wasser und seine Kollegen das ehrgeizige Projekt vor
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Bericht von Esther Widmer / 28. August 2002


August 2002
Zündholzsammler-Club gegründet

Bald gibt es ein Zündholzmuseum. Dort wird nicht nur Moritz Camenischs Sammlung zu sehen sein.

"Sammeln ist ein Virus", sagt der Krienser Moritz Camenisch. Blau in Blau gekleidet sitzt er in seinem Wohnzimmer auf dem blauen Sofa. Ein korrekt gestutzter Schnauz, ein kurzer Haarschnitt und ein faltenfrei gebügeltes Hemd runden die Gesamterscheinung ab. Im Holzregal sind - säuberlich aufgereiht - Plüschbären in unterschiedlichster Form und Grösse sichtbar. Sammeln liegt in Camenischs Natur: Hotelseifen, alle Arten von Porzellankatzen - und vor allem Zündhölzer in allen Grössen und Formen sammelt und hortet der Krienser. "Wohin mit den mittlerweile 500 000 in Kisten gelagerten Zündholzschachteln, -briefchen inklusive Tauschware?", fragte sich Camenisch.

Stiftung verhilft zu Museum

Camenisch hat mit seinen Zündhölzern Grosses vor: Er will mit Sammlerkollegen ein Museum gründen und hat bereits ein Objekt im Auge. Aber: "Es dauert noch, bis wir das Museum eröffnen können." Ein Erlebnismuseum ist in der Planungs-Pipeline. Als Vorbild dient die Glasi Hergiswil. Eine grosszügige Stiftung des verstorbenen Appenzellers Konrad Nef verhilft den Zündholzsammlern zu den nötigen Finanzen.

Menschen starben für Zündhölzer

Camenisch ist überzeugt, dass es über Zündhölzer genügend Interessantes zu berichten gibt, um ein Museum zu füllen. Dieter Weigelt, Historiker und Zündholzkenner, weiss aus einem Telefonbucheintrag aus dem Jahr 1888: "Auch in Kriens gab es eine Zündwarenfabrik." Dass dort Zündhölzer produziert wurden, sei nicht sicher, da der Begriff "Zündwarenfabrik" dehnbar ist. Das Zündholz wurde vom englischen Chemiker John Walker im Jahre 1827 erfunden. Der Zündholzkopf bestand aus Schwefel, wurde aber bald durch das besser Brennbare, doch giftige Phosphor ersetzt. Die Füllerinnen, welche die Zündhölzer in die Maschine einlegten, arbeiteten in dichtem Phosphorqualm, welcher die Phosphornekrose verursachte. Die Krankheit meldete sich durch Zahnschmerzen, Eiterungen, ekelhaften Geruch aus dem Mund. Wurde das Leiden vernachlässigt, konnten die Eiterungen zum Tod führen.

Erste Stücke im Esslokal erobert

Von solch makabren Geschichten hatte Moritz Camenisch keine Ahnung, als ihn die ersten Zündholzschachteln in den Bann zogen. Er freute sich über die verschiedenen Schachtelserien mit Baum-, Ortschafts- oder Fahrzeugmotiven. Seine Augen leuchten auf, wenn er von seiner handgeschnitzten Zündholzschachtel erzählt: Bei Entfernung des Deckels präsentieren sich die Zündhölzer in einer Blume gleich. In den unzähligen Restaurants, die er als Verkaufsberater im Aussendienst aufsuchte, lagen die farbigen Schachteln. "Früher war in den besseren Esslokalen auf jedem Tisch je eine Zündholzschachtel, die ich jeweils mitgenommen habe".

Vor 35 Jahren hatte der gebürtige Rhäzünser zu sammeln begonnen und vor 25 Jahren einen Sammlerklub gegründet. "Suche Tauschpartner!", hat er damals in die Anzeige geschrieben, worauf sich fünf Sammler gemeldet haben. "Heute ist das Zündholzsammeln in der Schweiz aus der Mode gekommen, obwohl die Schweiz einst eine grosse Zündholzproduktion hatte", sagt Camenisch mit Bedauern. "Allerdings sind Zündhölzer in Ländern wie China oder den Ostblockstaaten das häufigste gesammelte Objekt", sagt Camenisch. So besteht der heutige Sammlerklub aus dreissig Mitgliedern, die zur Hälfte aus anderen Staaten der EU kommen. Gefunden hat sich die internationale Sammlertruppe übers Internet. Camenisch wurde zu deren Präsident erkoren.

Ein Volk der Zündholzsammler?

Camenisch möchte das Zündholzsammeln in der Schweiz wieder unters Volk bringen. Denn für ihn ist das Sammeln kein Selbstzweck. Immer schwingt bei ihm auch noch der gesellschaftliche Aspekt mit. "Die Menschen sollen eine Leidenschaft besitzen. Sie sollen über eine Tätigkeit aus der Einsamkeit heraus zueinander finden. Dies könnte auch ein Fernsehersatz sein.

"
Bericht von Christa Gall / Bild von Esther Michel
Neue Luzerner Zeitung vom 7. August 2002


Juni 2002
Zündholzsammler-Club gegründet

Kein Unbekannter in unserer Region ist der Sammlerclub Zentralschweiz, der sich regelmässig zu seinen Sammlerabenden im Restaurant Thorenberg in Littau, trifft.
Besonderer Beliebtheit erfreut sich im Club das Zündholzsammeln. Überregionale Kontakte führten dabei zu einer landesweiten Publizität. Und es stellte sich schon bald die Kernfrage: Was tun mit den historischen und aktuellen Kostbarkeiten? Und siehe da: Der vermögende, vor ein paar Jahren verstorbene, Appenzeller Konrad Nef nahm sich der Sache in Form einer grosszügigen Stiftung finanziell an.
Geplant ist dank ihm ein Schweizerisches Zündholzmuseum. Auf dem Weg zu dessen Realisierung ist am Samstag, 22.Juni, in Oftringen der Schweizerische Zündholzsammer-Club gegründet worden. Zu seinem Präsidenten wurde der Krienser Moritz Camenisch gewählt.

Es spricht für die Sache, dass sich sogar deutsche Sammler dazu hatten einladen lassen und nun auch Clubmitglieder geworden sind. Besonders gefragt ist das Tauschen, um Serien zu vervollständigen.

Zu den Herausgebern ganzer Serien zählen Unternehmen, Institutionen und Parteien, die die Zündhölzer als sympathische Werbeträger einsetzen.

Die Region vom Juli 2002


Juni 2000
Der Zündhölzli-Millionär

Beat Wasser aus dem aargauischen Oftringen ist Feuer und Flamme für Zündholzschächteli, -briefli und -etiketten. Darunter befinden sich auch Zündholz-Schachteln mit dem alten "GlücksPost"-Logo. Das Fachwort für solche Sammler heisst Phillumenist. Bald wird Beat Wassers Sammlung um rund 100000 Objekte erweitert. Der aus dem appenzellischen Teufen stammende Konrad Nef hat ihm nämlich diese nach seinem Tod im Februar vererbt - plus einen namhaften Betrag. Dieses Geld soll Beat Wasser für den Aufbau eines Zündhölzli-Museums verwenden. Das bedeutet für ihn: Sichten, Sortieren und Archivieren der kleinen Schätze, die aus aller Welt stammen.
Beat Wasser lacht und sagt: "Ich selber brauche Streichhölzer nur zum Anzünden von Kerzen, denn ich bin Nichtraucher."

Bericht aus der Zeitschrift "Glücks Post" vom 8.Juni 2000




Mai 2000
Ein Zündhölzli-Museum in Teufen ?




Kommt Teufen doch noch zu einem Museum? Nach dem letzten Willen des 1999 verstorbenen Teufners Konrad Nef stehen die nötigen Mittel dafür zur Verfügung: Konrad Nef hat einen grossen Teil seines Vermögens einer Stiftung vermacht mit der Auflage, mit diesem Geld ein Museum für seine während rund 20 Jahren gesammelten Zündhölzli-Brieflein und -schächteli zu realisieren.

Ziel der in Teufen gegründeten Konrad-Nef-Stiftung ist das "fachgemässe Aufbewahren von bestehenden Sammlungen von Zündholz-schächteli, -briefli und -etiketten sowie von Literatur über die Herstellung und den Vertrieb von Zündholzsachen in der Schweiz". Ob das Museum in Teufen oder an einem andern Ort in der Ostschweiz zu stehen kommt, wird gegenwärtig vom Stiftungsrat abgeklärt. Ein künftiges Zündholz-Museum soll im besten Fall in ein bestehendes Museum integriert werden. Der 1912 in Teufen geborene Konrad Nef ist vielen Teufnern als bescheidenen, mit sich sparsamen Mitbürger bekannt gewesen. Der langjährige Einkäufer eines Spielwaren-Grosshandelsunternehmen führte bis 1980 zusammen mit seiner Frau Verena das Restaurant Frohsinn und das angeliederte "Usego-Lädeli" am Unterrain. Neben seiner Sammlerleidenschaft - Konrad Nef sammelte nicht allein Zündholzsachen - war er ein talentierter "Börseler", der im Laufe der Jahre ein stattliches Vermögen erwarb. Der Nachlass des am 6. Februar 1999 Verstorbenen, der keine Nachkommen hatte, soll nun in ein noch zu realisierendes Museum über das Zündholzwesen in der Schweiz fliessen.
Auf Wunsch des Verstorbenen hütet und pflegt der passionierte Zündholzsachen-Sammler Beat Wasser, Oftringen AG, den Nachlass von Konrad Nef. 80'000 bis 100'000 Zündholzschächteli, -briefli und -etiketten habe der Teufner Sammler im Laufe der Jahre zusammengetragen, schätzt der 50-jährige SBB-Angestellte und Hobby-Phillumenist.

Als neu gewählter Präsident der "Konrad-Nef-Stiftung Teufen" ist er
zusammen mit den übrigen Mitgliedern des Stiftungsrates und dem Trägerverein bemüht, "den Willen des Sammlers zu vollstrecken". Beat Wasser verwaltet gegenwärtig Hunderttausende von Zündholzsachen, die dank des Vermächtnisses von Konrad Nef bald in einem Museum präsentiert werden können. Die Sammlung umfasst Zündholzschächteli, -briefli und -etiketten aus über 100 Ländern in den verschiedensten Formaten. Die Sujets zeigen touristische Motive - vom Säntis bis zum thailändischen Königspalast -, historische Darstellungen und zu einem grossen Teil Werbebotschaften für Rauchwaren, Getränke, Restaurants, kleinere und grössere Unternehmen usw. vom letzten Jahrhundert bis heute. Wie sein verstorbener Freund und Sammler-Kollege Konrad Nef ist auch Beat Wasser ein passionierter Freizeit-Phillumenist. Weil in der Schweiz eine entsprechende Vereinigung erst gegründet werden soll, ist er vorerst nur Mitglied im deutschen Phillumenisten-Klub. Zusammen mit dem Stiftungsrat und dem Trägerverein will er nun in erster Linie die Standortfrage eines künftigen Museums klären. Dann folgt die mühsame Kleinarbeit des Sortierens, Archivierens und Präsentierens. Wie seine Sammlerfreunde ist Beat Wasser ein Idealist. Entscheident beim Aufbau eines Museums ist nicht das Kommerzielle, sondern die Freude am Sammeln, die Liebe zum Kulturobjekt Zündholz.

Tüüfner Poscht vom Mai 2000