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Forschung


Zündholzfabriken im Kanton Bern

Amtsbezirk Biel

1847 - 1848 Biel

Müller Jakob, Zündhölzchenfabrikation

Aus Akten die sich im Staatsarchiv Bern befinden ist zu entnehmen, dass Mechanikermeister Jakob Müller sich im Jahr 1849 an den Gemeinderat des Stadt Biel mit dem Gesuch gewendet hat, ihm auf den in der Nähe der Stadt gekauften Garten eine Zündholzfabrik erbauen zu lassen.

Aus den Schriftwechsel geht hervor, dass Müller bereits vordem Zündhölzer in seinem Haus zu Biel hergestellt hat. Unter nicht näher bekannten Umständen brannte dieses Haus im Jahr 1848 ab. Seit genau welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang die Fabrikation stattgefunden hat, ist möglicherweise in den Gemeindeprotokollen der Stadt Biel verzeichnet.

Das Gesuch um die Bauerlaubnis wird an den Regierungsrat des Kantons Bern weitergeleitet, denn ab 7. November 1849 gilt im Kanton Bern das „ Gesetz über das Gewerbewesen“. Im § 14 ist hier festgelegt: „ Zur Errichtung der neuen nach bezeichneten gewerblichen Anlagen, bedarf es einer besonderen Bau oder Einrichtungsbewilligung.“ Im §14 Pkt. 2 g ist weiter zu lesen „ Vorzugsweise aus feuerpolizeilichen Gründen: alle Anlagen zur Bereitung leicht explodierender, entzündbarer Stoffe, chemische Laboratorien und Fabriken„

Es entsteht auch noch ein Problem mit den Grundstücksnachbarn, die gegen das Bauvorhaben Opposition eingereicht haben.

Der so in Nöte gelangter Jakob Müller steht die Behördengänge nicht durch, wie im Eintrag vom 25.07.1850 im Missivenbuch der Stadt Biel zu lesen ist, wird er in die Irrenanstalt eingewiesen. Er erleidet also das selbe Schicksal, wie Kammerer aus Zürich.