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Forschung


Zündholzfabriken im Kanton Bern

Amtsbezirk Frutigen

1863 - 1865 Kanderbrügg (Fabrik I)

Kropf Gottlieb, Reichen Johannes & Schmid Abraham

Zündholzfabrik

Dem Gewerbeschein für eine Zündholzfabrik am Bachli zur Kanderbrück haben zum 15.09.1863 gemeinsam erhalten: Kropf Gottlieb, Gemeinderat; Reichen Johannes, Abr. sel. & Schmid Abraham. Die Fabrik ist im Lagerbuch unter der Nummer 1049 aufgenommen und für Fr. 3.500 Fr. versichert. Eigentlicher Eigentümer der Zündholzfabrik ist nach den Grundbuch Abraham Schmid, Melchiors sel. Sohn.

In den Berichten des Amtsarztes wird bei Bezeichnung der Fabrik auch Kropf (1865) verwendet. Die Grundlagen der im Gewerbeschein ausgewiesenen Sozietät sind nicht bekannt.

Das Gebäude besteht aus zwei Stockwerken und hat die Grundmasse 37x22 m. Die Beschreibung dieser Fabrik ist in der Untersuchung der Zündholzfabriken im Oberland für das Jahr 1865 folgend zu finden:

laquo;Vollkommen isoliert, etwa 25 Arbeiter beschäftigend. Die wöchentliche Produktion betrug 25.000 Schachteln. Auch bei dieser neu angelegten Fabrik ist die all zu geringe Höhe zumal des Einlegezimmers zu tadeln. Noch verwerflicher aber ist der Umstand, dass Küche & Tröcknerraum gänzlich vereinigt sind. Der Packraum ist gut gehalten aber gar zu niedrig. Ganz von der Arbeit und dem Phosphor abgesehen würde dieses Zimmer als einfacher Aufenthaltsort mehrerer Menschen als sehr beschränkt zu bezeichnen sein»

Im Jahr 1865 wird die Fabrik ausgebaut, es fehlen aber genauere Angaben dazu. Nach dem Ausbau wird die Versicherungssumme auf 6.300 Fr. erhöht.

1866 - 1875 Kanderbrügg (Fabrik I)

Abraham Schmid

Zündholzfabrik

Ab den Jahr 1866 wird als Besitzer der Fabrik einer deren Gründer, Abraham Schmid ausgewiesen, so auch im Adressbuch für das Jahr 1870.

Es werden vom Amtsarzt immer wieder Beanstandungen aufgezeichnet, die dann auch behoben werden. Es geht um die Verbindungstüren, Abzug der Dämpfe usw. Es sind alles Forderungen die auch in anderen Zündholzfabriken gestellt werden.

1875 - 1881 Kanderbrügg (Fabrik I)

Johann Friedrich Jungen

Zündholzfabrik

Am 16. November 1875 kommt die Zündholzfabrik infolge eines Tauschvertrags zwischen Abraham Schmid und Johann Friedrich Jungen, Johannes Sohn, in Kanderbrück in den Besitz des letzten.

Im Schreiben vom 11.12.1876 an den Regierungsstatthalter bescheinigt Dr. Schären, dass folgende Arbeiten durchgeführt worden sein: «1. Einige Ventilationslüfter, 2. Reparatur des Dörrofen, 3. Einblechung und Veränderung des Ofen im Einlegeraum.»

Im Fragenschema erscheint die Angabe, dass die Fabrik seit August 1877 bis 1878 nicht im Betrieb gewesen ist. Dem trotz, ist die Unterschrift des Friedrich Jungen unter der Fabrikordnung für die Zündhölzchen Fabriken des Amtes Frutigen zu sehen, die am 16.09.1878 bearbeitet worden ist.

Bereits im Jahr 1879 wird Friedrich Jungen mit dem Bundesgesetz betr. Verbot des gelben Phosphor konfrontiert. Er unterschreibt am 9.12.1880 die Bittschrift an das schweiz. Handelsdepartement, wo um eine Verschiebung des Verbots geht.

Am 8.02.1881 muss auch Jungen den Gesuch für eine Einrichtung und Baubewilligung zur späteren Fabrikation schwedischer Zündhölzer einreichen. Jungen kam den Arbeiten aber nicht so schnell nach, denn im Jahr 1881 blieb die Fabrik geschlossen. Ob und wie in der Zwischenzeit fabriziert worden ist, ist es schwer zu sagen.

1881 - 1883 Kanderbrügg (Fabrik I)

Johann Friedrich Jungen, Zündholzfabrik

Pächter: Joh. Siegmund Pieren

Obwohl Friedrich Jungen im Jahr 1881 noch voll in der Fabrik tätig ist, was sich auch in der Korrespondenz niederschlägt, wird im Bericht des Amtsarztes für das Jahr 1881 als Eigentümer der Fabrik am Bachli Samuel Jungen bezeichnet, was wahrscheinlich eine irrtümliche Angabe ist. Im Jahr 1881 ist die Fabrik an Joh. Siegmund Pieren verpachtet, der in der selben Zeit auch die Fabrik am Gufer pachtet.

Die Beurteilung der Fabrik für das Jahr 1881 fällt nicht bestens aus. Der Amtsarzt empfiehlt u.a. auch diese Fabrik zu schliessen, bis alle Mängel behoben sein werden. Nach dem Bericht des Landjägers vom 11.08.1882 war die Fabrik im Betrieb und beschäftigte 6 Arbeiter, die alle über 18. Jahre alt waren. Im Jahr 1883 werden die Fussböden beanstandet, bei deren Zustand eine Reinigung unmüglich sei.

1884 - 1892 Kanderbrügg (Fabrik I)

Friedrich Jungen

Zündholzfabrik

Im Jahr 1884 haben wir es wieder mit Friedrich Jungen allié Reichen zu tun, der vermutlich nur als Eigentümer ausgewiesen wird, die Fabrik aber stillgelegt hat. Es wird in dieser Hinsicht jedenfalls nichts berichtet.

Am 11.02.1890 tritt Friedrich Jungen der Zündwarengesellschaft Frutigen bei. Er wird mit keinem Fertigungslimit bedacht, denn er gehört zu denen, die sich verpflichten, die Fabrik geschlossen zu halten. Dafür erhält er von der Gesellschaft 600 Fr. jährlich als Entschädigung. Am 2. Mai 1899 wird die ganze Liegenschaft an Johann Friedrich Germann aus Frutigen verkauft. Im Vertrag ist u.a. zu lesen, Friedrich Jungen sei nun Landwirt zu Kanderbrück, und die Fabrik befindet sich seit Jahren ausser Betrieb.

Es fehlen Hinweise darauf, dass die Fabrik am Bachli ihre Fertigung nochmals aufgenommen hätte.

1874 - 1876 Kanderbrügg (Fabrik II)

Peter Grossen, Vater & Friedrich Grossen, Sohn

Zündholzfabrik

Die Fabrik ist im Lagerbuch unter der Nummer 1298 zum 4.12.1874 ausgewiesen. Die Fabrik hat die Fertigung aufgenommen, obwohl die benötigte noch Betriebsbewilligung fehlte. In der amtlichen Korrespondenz erfolgt meistens die Bezeichnung Peter & Friedrich Grossen, dies ist begründet, denn Peter Grossen schreibt mit eine Kaufbeile vom 22.12.1874 die Hälfte einiger Liegenschaften auf den Sohn Friedrich Grossen alli&ecute; Klopfenstein, handelsmann und Fabrikant von und im Dorfe Frutigen.

Das Gebäude besteht aus zwei Stockwerken und hat die Grundmasse von 42 x 22 m, die Versicherungssumme beläuft auf 11.300 Fr. Im Vergleich zu anderen Gebäuden handelt es sich hier um ein grösseres Unternehmen. Mit Schreiben vom 20.04.1875 ordnet die Direktion des Innern wegen fehlender Betriebserlaubnis die Schliessung der Fabrik an, was auch geschehen ist. Eine im Mai 1875 seitens des Regierungsstatthalteramts und des Amtsarztes durchgeführte Untersuchung listet sieben Bemerkungen auf, die vor der Inbetriebnahme berücksichtigt werden müssten. Erst im Bericht für das Jahr 1876 wird bescheinigt, dass die anbefohlenen Veränderungen ausgeführt worden sind. Auch die Wohnung in der ersten Etage ist aufgegeben.

1876 - 1881 Kanderbrügg (Fabrik II)

Johann Wittwer

Zündholzfabrik

Am 18.04.1876 wird die Fabrik an Johannes Wittwer, Christians sel. Sohn, alt Gemeinderat am Schwandi, Gemeinde Reichenbach verkauft. Friedrich Grossen betätigt sich nun als Handelsmann und Wirt.

Die Unterschrift von Johann Wittwer ist unter der am 16.09.1878 festgelegten Fabrikordnung für die Zündhölzchen Fabriken im Amte Frutigen zu sehen. Diese Fabrikordnung ist von den Bestimmungen des Bundesgesetzes betr. Arbeit in den Fabriken vom 23.03.1877 abgeleitet. Die Fabrikordnung sah u.a. Begrenzungen bei der Beschäftigung von Kindern vor. Der Fabrikinspektor stellte bei seiner Kontrolle am 2.04.1879 fest, das hier ein Mädchen im Alter unter 14 Jahren beschäftigt gewesen sei. Er beantragt darauf, dass Wittwer bei dem Strafrichter anzuzeigen sei, was auch geschehen ist. Für das Vergehen wird vom Richteramt eine Busse von 5,- Fr. sowie die Kosten von 3,90 verhängt. Im Jahr 1879 beklagt der Fabrikinspektor, dass bald alle Zündholzfabrikanten im Berner Oberland neben der Fabrik auch einen Kramladen führen. Von hier werden auch die eigenen Mitarbeiter versorgt, die dann am Zahltag kaum noch etwas in der Tüte haben. Die Erklärung der Fabrikanten dazu sei die, dass sie beim Verkauf der Zündhölzer öfters auch bloss mit Naturalien bezahlt werden. Der Fabrikinspektor meint hierzu, dass dabei auch noch ein zusätzlicher Gewinn herausgeholt wird. Auch Johann Wittwer ist für diese Unregelmässigkeit mit einer Anzeige bedacht worden.

Im Jahr 1880 wird Wittwer auch mit den Gesetz betr. Verbot des gelben Phosphor konfrontiert, auch er Unterschreibt die Bittschrift vom 9.12.1880, wo um eine Verlegung des Verbots nachgesucht wird. Wie alle anderen Fabrikanten versucht er auch zunächst, die alten Zündhölzer zu fabrizieren und zu verkaufen, was auch wiederum mit einer Anzeige endet.

Am 26.01.1881 stellt Wittwer an die Direktion des Innern den Gesuch um eine Baugenehmigung für die spätere Fabrikation von schwedischen Zündhölzern.

1881 - 1882 Kanderbrügg (Fabrik II)

Johann Wittwer, Zündholzfabrik

Pächter: Caspar Kambly

Vorerst gibt es keine weiteren Gesuche von Johann Wittwer, denn er scheint die Fabrik an Caspar Kambly verpachtet zu haben. Dies wird Aktenkundig sowohl im Bericht des Amtsarztes, wie auch anderen Unterlagen. Der Amtsarzt Berichtet für das Jahr 1881 folgendes: «Die alte Fabrik ist umgeändert und zwar nach dem Plan, was der heutigen Gesetzgebung entspricht». Caspar Kambly betreibt zur selben Zeit auch eine Zündholzfabrik in Reichenbach. Nachdem sich die Fabrikation in Reichenbach entsprechend entwickelt hat, wird die Fabrik in Kanderbrück wieder aufgegeben.

1885 - 1901 Kanderbrügg (Fabrik II)

Christian Wittwer

Zündholzfabrik

Die Fabrik ist zwischen 1883 bis zum September 1885 stillgelegt. Johannes Wittwer musste in Zahlungsschwierigkeiten geraten sein, denn es kommt am 1. April 1884 zu einen Steigerungsverkauf. Die Liegenschaft erwirbt alt Gerichtspräsident Christian Wittwer, Christians sel. aus Schwandi, Gemeinde Reichenbach. Was mit Johann Wittwer geschehen ist, wie auch dessen Verwandtschaftsgrad zum Christian ist vorerst nicht genauer bekannt.

Aus einer aus dem Jahr 1886 bestehenden Fabrikstatistik können wir entnehmen, dass in der Fabrik 25 Arbeiter beschäftigt sind, sie gehört also zu den Grösseren. Es wird immer wieder berichtet, die Fabrik sei für einige Zeit stillgelegt.

Am 11.02.1890 tritt Christian Wittwer auch der Zündwaarengesellschaft Frutigen bei, und wird mit einen Fabrikationslimit von 60 Kisten bedacht.

Nach einer im Jahr 1891 durchgeführten Inventarschätzung wird die Liegenschaft auf 10.980 Fr. und die Maschinen und Einrichtungen auf 3.224 Fr. bewertet.

Der Fabrikinspektor berichtet, dass bei seinen Kontrollen in den Jahren 1888 bis 1898 die Fabrik immer ausser Betrieb gewesen ist. Auch in der am 17.04.1896 vom Regierungsrat des Kanton Bern erteilten Fabrikationsbewilligung gibt es den Hinweis, dass der Betrieb seit mehreren Jahren eingestellt gewesen sei. Die Bewilligung setzt einen Umbau der Fabrik voraus. Die geforderten Umbauten sind im Jahr 1897 noch nicht vollzogen. Christian Wittwer ist aber an der Fabrikation weiter interessiert, denn auch er Unterschreibt im Dezember 1897 den Gesuch an die Hohe Bundesversammlung, wo um eine Entschädigung wegen des Verbots des gelben Phosphor nachgesucht wird. Im Jahr 1899 scheint die Fabrik wieder im Betrieb zu sein, denn der Fabrikinspektor prangert einige Unregelmässigkeiten an. Er betont hier, dass die Geschäftsleitung eigentlich in der Hand der Ehefrau von Christian Wittwer liegt.

Am 4 Dezember 1899 wird für die Fabrik eine Fabrikordnung erstellt und danach auch vom Regierungsrat genehmigt.

Christian Wittwer bemüht sich noch um eine neue Fabrikationsbewilligung, schickt der sog. Zündholzkommission auch Muster seiner zukünftigen Ware zu. Die Situation ändert sich nachdem Christian Wittwer im Jahr 1900 gestorben ist. Sowohl die Söhne wie auch andere Erben wollen sich wahrscheinlich mit der Fertigung von Zündhölzern nicht beschäftigen. Die Fabrik geht nach einer Kaufsteigerung in die Hände de Lehrers Rösti aus Hasli zu Frutigen über. Die Fertigung von Zündhölzern wird aufgegeben und nie wieder aufgenommen.

1890 - 1891 Kanderbrügg (Fabrik III)

Christian Stoller-Aellig

Holzdrahtfabrik und Kistenmacherei

Die Holzdrahtfabrik und Kistenmacherei von Aellig-Stoller besteht bereits im Jahr 1890 und wird als ein in Stein und Holz erbautes mit Schindeln gedecktes Säge Gebäude bezeichnet und ist unter Nummer 930A für 5400 Fr. brandversichert. Es sind hier vier Sägen aufgestellt. Im Anbau stellt Christian Stoller Holzdraht her. Die Holzdraht und Kistenmacherei ist dem Fabrikgesetz unterstellt.

Es ist ein Fragenschema aus dem Jahr 1890 erhalten geblieben, in dem folgendes festgestellt wird: «Holzdrahtfabrikation & Kistenmacherei, beschäftigt 10-12 Arbeiter, Wasserantrieb 12 PS».

1891 - 1893 Kanderbrügg (Fabrik III)

Rosa Kambly-Strüby, Holzdraht und Kistenfabrik

Eigentümer: Rosa Kambly-Strüby & Caspar Kambly

Mit Kaufvertrag vom 17.02.1891 wird die Immobilie von Frau Rosa Kambly geb. Strüby, Johann Capers des Fabrikanten Ehefrau. Frau Rosa Kambly-Strüby ist kein Neuling auf den Gebiet der Zündholzfabrikation, sie betrieb bereits in den Jahren 1883-1891 eine Zündholzfabrik in Reichenbach. Auch Caspar Kambly beschäftigte sich mit der Zündholzfabrikation. Im Jahr 1891 erwerben sie nun käuflich die Fabrik von Aellig-Stoller und geben ihre übrigen Aktivitäten teilweise auf. Eine im Jahr 1891 durchgeführte Inventarschätzung bewertet die Liegenschaft in Kanderbrück auf 19.000 Fr. und dem Wert der Maschinen und Einrichtungen auf 1.065 Fr.

Im Jahr 1893 gibt es den Hinweis, dass die Fabrik nun von den Geschwistern Kambly geführt wird, wobei es sich um die Kinder von Rosa Kambly handeln dürfte, denn im Jahr 1897 wird die Fabrik von Emil Kambly verkauft.

1893 - 1900 Kanderbrügg (Fabrik III)

Kambly, Moser & Cie

Holzdraht und Kistenfabrik

Im Jahr 1893 wird berichtet, das die Holzdrahtfabrik in Kanderbrück auf die Firma Kambly, Moser & Cie übergegangen ist. Im Eintrag in das Handelsregister vom 13.07.1893 ist dazu zu lesen:

«Unter der Firma Kambly, Moser & Cie hat sich eine neue Kollektivgesellschaft gebildet mit Sitz in Frutigen. Die Aktiva und Passiva der erloschenen Gesellschaft &aquo;Geschw. Kambly» gehen auf die neue Gesellschaft über. Mitglieder der neuen Gesellschaft sind: Hermann Moser, Hauptmann; Fridolin Kambly und Emil Kambly, alle aus Frutigen; letzterer wegen Minderjährigkeit vertreten durch seinen Vormund, den genannten Fridolin Kambly. Die neue Gesellschaft hat bereits am 1. August 1892 ihren Anfang genommen. Die Geschäftsführung steht Hermann Moser und Fridolin Kambly allein zu. Jeder derselben führt im Namen der Gesellschaft die verbindliche Unterschrift. Natur des Geschäftes: Fabrikation und Verkauf von Zündwaren.»

Jahr 1897 berichtet der Fabrikinspektor folgendes: «Es ist kein Übertreten der Arbeitszeit mehr konstatiert. Wahrscheinlich in Folge der Busse, die über den Fabrikanten verhängt worden ist.»

Im Eintrag vom 14. Juli 1900 lesen wir: «Die Kollektivgesellschaft Kambly, Moser & Cie in Frutigen (SHAB vom 19. Juli 1893) hat sich aufgelöst. Die Firma ist erloschen. Aktiven und Passiven sind übergegangen auf die unter der Firma «Schiefertafeln und Zündhölzchenfabrik Kambly & Moser» in Frutigen, neu entstandene Gesellschaft.»

1900 - 1903 Kanderbrügg (Fabrik III)

Kambly & Moser

Holzdraht und Zündhölzchenfabrik

Bereits am 18.10.1897 kauft Johann Hermann Moser «Kambly», Johannes sel. Fabrikant und Handelsmann in Frutigen, von Emil Kambly, Johann Kaspars sel. von Zürich, der auch Teilhaber der bis 1900 bestehenden Aktiengesellschaft ist einen Drittel der Immobilie ab.

Über die neue Form der Kollektivgesellschaft gibt uns der Eintrag ins Handelsregister vom 14. Juli 1900 Auskunft: «Hermann Moser, Hauptmann, und Fridolin Kambly allié Moser, beide in Frutigen, haben unter der Firma Schiefertafeln- & Zündhölzchenfabrik Kambly & Moser in Frutigen eine Kollektivgesellschaft eingegangen, welche am 4. Oktober 1897 begonnen hat. Aktiva und Passiva der erloschenen Firma «Kambly, Moser & Cie» sind auf diese neue Firma übergegangen. Natur des Geschäftes, Schiefertafeln und Zündhölzchenfabrikation.»

Es wird hier aber zunächst weiter Holzdraht gefertigt.

Am 1.03.1901 stellt die Kollektivgesellschaft einen Baugesuch um einen Ausbau der Fabrik zu erreichen, so das hier die Fabrikation der phospforfreien an jeder Fläche entzündbaren Zündhölzer stattfinden könnte. Es sollen in der Zukunft in der Schwefelküche zwei, Tunkküche zwei, Einlegezimmer acht, Füllzimmer 35, Packzimmer 5 und Kistenzimmer zwei Arbeiter beschäftigt werden. Nach dem Fragenschema vom 3.01.1903 handelt es sich bei den Unternehmen in Kanderbrück um eine Zündhölzchen und Schiefertafelnfabrik, in der 120 Arbeiter beschäftigt sein. Die Turbine besitzt jetzt eine Antriebskraft von 60-80 PS. Nach dem Ausbau und Inbetriebnahme der neuen Fabrik stellt die Firma die noch anderorts bestehenden Aktivitäten ein. Die Herstellung findet jetzt in Kanderbrück statt.

1903 - 1914 Kanderbrügg (Fabrik III)

J. H. Moser

Zündhölzchen u. Schiefertafelnfabrik

Fridolin Kambly allié Moser, Kaspars sel., von Zürich zieht sich aus dem Geschäft zurück und überlässt die Firma dem bisherigen Teilhaber J. H. Moser. Dazu wird am 8.9.1903 ein Auskaufvertrag gefertigt, wo eine entsprechende Aufteilung aller Besitzanteile vorgenommen wird. Der Eintrag in das Handelsregister über die neue Firma erfolgt am 7. August 1903.

Inhaber der Firma Zündhölzchen- und Schiefertafelnfabrik Kanderbrügg, Frutigen, J. H. Moser in Frutigen ist Hermann Moser, Hauptmann in Frutigen. Aktiven und Passiven der erloschenen Firma gehen auf diese neue Fabrik über. Natur des Geschäftes: Zündhölzchen und Schiefertafelnfabrikation. Der Inhaber der neuen Firma erteilt Prokura an seine Ehefrau Emilie Moser, geb. Kambly.

Bereits zu dieser Zeit sollen in der Fabrik 3 Komplettmaschinen aufgestellt gewesen sein, mit denen 48.905 Kisten Zündhölzer gefertigt werden konnten.

Bei den nach 1905 durchgeführten Kontrollen des Fabrikinspektors, wie auch des Kantonchemikers, wird ganz genau darauf geachtet, das die verwendete Rezeptur auch der genehmigten entspricht. Die kleinste Abweichung führt zu Beanstandungen, und Anzeigen. Auch J. H. Moser ist hiermit konfrontiert.

Noch im Jahr 1904 scheint die endgültige Akzeptanz der Verpackungen nicht beendet zu sein. Auf Wunsch der Direktion des Innern schickt Moser an deren Adresse «die gewünschten leeren Schachteln und zwei Blättchen Papier, grün und grau, wie dasselbe für die Päckli, Wickel, Büschel, Hülsen, etc., in den verschiedenen Gegenden anders benannt, verwendet wird.» Auch eine zweite Angelegenheit wird zum Problem. Moser möchte, so wie es auch in Nyon geschieht, auf den selben Maschinen abwechselnd Sicherheitszündhölzer oder auch überall entzündbare Zündhölzer fabrizieren. Das Fabrikinspektorat ist aus Sicherheitsüberlegungen dagegen, auch lässt der Fabrikinspektor sich nicht überzeugen, dass die Verhältnisse in Nyon und Kanderbrück vergleichbar sein. Es wird darauf hingewiesen, dass die Fabrik Diamond mit ganz modernen amerikanischen Maschinen arbeitet, die in keiner anderen schweizerischen Zündholzfabrik zu finden sind. Die Experten haben gefunden, dass mit den dortigen vollkommenen Apparaten die beiden Zündholzarten abwechselnd mit derselben Maschine oder gleichzeitig mit verschiedenen Maschinen hergestellt werden dürfen.

Nach Mitteilung des Amtsarztes arbeiteten im Jahr 1904 bei J. H. Moser 60 Arbeiter. Obwohl von der Anzahl der Arbeiter her es sich um ein grosses Unternehmen handelt, berichtet der Amtsarzt über seinen Besuch in Kanderbrück am 26.06.1905: laquo;Die Fabrik war in Betrieb, aber die meisten Arbeiter waren im Felde.»

Am 28.09.1906 reicht J. H. Moser ein offizielles Gesuch mit ganz genauen Beschreibungen und Zeichnungen an die Kantonregierung ein, um die bereits vordem besprochenen zwei Arten Zündhölzer in den selben Produktionsräumen fertigen zu dürfen. Auch dieses Gesuch wird nicht berücksichtigt. Es folgt ein Rekurs, welches an den Bundesrat weitergeleitet wird. Am 19.03.1907 erteilt der Regierungsrat eine Fabrikationsbewilligung mit einigen Auflagen, die den Wünschen von Moser entgegenkommt.

Wahrscheinlich im Zusammenhang mit den neuen Maschinen und der Produktionserweiterung, beantragt J. H. Moser im Jahr 1910 die Erlaubnis für den Bau einer Dampfkesselanlage. Die Erlaubnis wie auch die spätere Fabrikbetriebsbewilligung wird auch seitens des Regierungsrates erteilt.

Eine weitere Angelegenheit beschäftigt J. H. Moser im Jahr 1911. Es geht um die ärztlichen Untersuchungen, die in den Zündholzfabriken seit Jahren Pflicht sind. Es wird noch einiger weiterer Anstrengungen, auch seitens anderer Zündholzfabrikanten, benötigen, bis diese Untersuchungen, da ja kein schädlicher gelber Phosphor mehr verwendet wird, auch endgültig gestrichen werden.

Im Jahr 1914 nimmt die Fabrik an der schweizerischen Landesausstellung in Bern teil. Es werden alle Sorten und Packungen von Zündhölzchen, Sicherheitszündhölzer, Schwefelhölzer und überall entzündbare Zündhölzer gezeigt. In der Fabrik arbeiten jetzt 100 Arbeiter und vier Beamte. Die Exposition wird mit der silbernen Medaille ausgezeichnet.

Im selben Jahr wird in der Fabrik eine neue Komplettmaschine installiert. Die Konstruktion dieser neuen Maschine stammt von Jakob Brüger aus Vordorf / Frutigen, ihre Leistung ist 150.000 Schachteln Zündhölzer täglich.

1914 - 1918 Kanderbrügg (Fabrik III)

J. H. Moser

Fabrik Kanderbrück

Am 23. Juli 1914 wird im Firmenregister eine Namensänderung der Firma vorgenommen: «Der Inhaber der Firma Zündhölzchen & Schiefertafelnfabrik Kanderbrügg Frutigen, J. H. Moser in Kanderbrück-Frutigen (SHAB Nr. 315 vom 12. August 1903, pag. 1257), Hermann Moser, Johannes sel., von Arni bei Biglen, Fabrikant in Kanderbrück, ändert seine Firma ab in J. H. Moser, Fabrik Kanderbrück und erteilt Kollektivprokura an Hans Peyer, des Hans sel., von Schleitheim (Kt. Schaffhausen), Buchhalter, und Ernst Kähr, Johann Ulrichs, von Rüderswil, Buchhalter, beide in Kanderbrück. Die an Frau Elisabeth Emilie Moser, geb. Kambly erteilte Einzelprokura bleibt bestehen. Die Natur des Geschäftes bleibst die gleiche.»

Im Jahr 1916 wird berichtet, dass die Zündhölzer aus Kanderbrügg durch explosionsartige Entzündungen Unfälle in Zürich verursacht haben sollen. Der Kanton-Chemiker attestiert aber den Zündhölzern, dass sie genau nach dem Rezept gefertigt werden, und von einer Gefährlichkeit keine Rede sein kann. J. H. Moser stellt die Vermutung auf, dass die Anzeige wahrscheinlich von der Konkurrenz inspiriert worden sei.

1918 - 1965 Kanderbrügg (Fabrik III)

J. H. Moser, Aktiengesellschaft

Fabrik Kanderbrück

J. H. Moser beschliesst seine Fabrik in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Einzelheiten über diese Gesellschaft sind in der Eintragung ins Handelsregister vom 31.12.1918 zu finden: «Unter der Firma J. H. Moser, Aktiengesellschaft, Fabrik Kanderbrück gründet sich mit Sitz in Kanderbrück (Gemeinde Frutigen) auf unbestimmte Zeit eine Aktiengesellschaft. Zweck der Gesellschaft ist die Erwerbung, der Betrieb und die allfällige Erweiterung der bis anhin dem Johann Hermann Moser allié Kambly, Fabrikant in Kanderbrück, gehörenden Zündhölzchen und Schiefertafelfabrik, sowie der dazu gehörenden Schieferbrüche und ferner der dinglichen Rechte und Beweglichkeiten, alles nach Ausweis des Übernahmeinventars. Die Gesellschaftsstatuten sind zum 26. Dezember 1918 datiert. Das Gesellschaftskapital beträgt Fr. 1.200.000, eingeteilt in 240 Namensaktien zu Fr. 5000.-). Delegierter des VR (Direktor) und zugleich Präsident ist Johann Hermann Moser,von Arni bei Biglen, Fabrikant in Kanderbrück bei Frutigen.»

Am 9.05.1919 Verkauft Johann Hermann Moser allié Kambly die unter 9307 für 135.700 Fr. branversicherte Zündholzfabrik, wie auch andere Immobilien, an die am 26.12.1918 gegründete Aktiengesellschaft.

Gleich nach deren Bildung wird an einer neuen Fabrikordnung gearbeitet, die dann am 28.02.1920 auch seitens des Regierungsrates genehmigt wird.

Im Jahr 1920 wird im Gebäude 930 E eine neue Komplettmaschine installiert, was ohne vorgehender Baugenehmigung geschieht. Dies wird vom Fabrikinspektor beanstandet, er rügt das Arbeitsfeld, ungenügende Abluft usw. Erst nach einigen Monaten wird dann die endgültige Genehmigung erteilt. Im Jahr 1923 befinden sich in der Fabrik bereits drei Komplettmaschinen, mit einen Ausstoss von 48.905 Kisten.

Am 8.02.1924 stirbt Johann, Hermann Moser und wird in der «Berner Woche» mit einen umfangreichen Nachruf geehrt.

In der Aktiengesellschaft übernimmt die Stelle des Verwaltungsratspräsidenten, wie auch des Direktors, Frau Emilie Elisabeth Moser geb. Kambli, Johann Hermanns sel. Witwe, von Arni b. Biglen, in Kanderbrück bei Frutigen. An der Sitzung des Verwaltungsrates wird auch die Kollektivprokura an Hermann Moser, Johann Hermanns sel., von Arni b. Biglen, Kaufmann, in Kanderbrügg bei Frutigen erteilt.

In verschiedenen Publikationen aus den Jahren 1920-1925 wird darüber spekuliert, dass in der J. H. Moser Aktiengesellschaft die Stimmenmajorität bereits von Svenska Tändsticks AB übernommen worden ist.

Der Gemeinderat von Frutigen berichtet für das Jahr 1926, dass die Firma J. H. Moser sich in zwei neue Firmen umgewandelt hat: J. H. Moser A.G. Fabrik Kanderbrück, Zündhölzer, Frutigen, und Schiefertafelfabrik Frutigen A.G., Schiefertafeln Frutigen. Die letztere sei nach Rybrügg verlegt, wobei im Jahr 1980 hier noch ca. 200 Arbeiter beschäftigt waren.

Erst bei der Generalversammlung der Aktiengesellschaft am 15.11.1933 wird es ersichtlich, dass jetzt die schwedische Seite das Sagen hat. Im Verwaltungsrat bekommt Gustaf Widgren, schwedischer Staatsangehöriger, Direktor in Zürich, einen Platz. In weiteren Funktionen sind zu finden: Präsident; Hermann Moser, von Arni b. Biglen, Fabrikant, in Kanderbrück Gemeinde Frutigen; Hans Peyer, von Schleitheim, Buchhalter, in Frutigen; Sekretär und Direktor.

Kollektivprokura besitzen einzig noch Ernst Kähr und Jean Kambli, beide bisher. Für die nun neue Fabrik J. H. Moser, Fabrik Kanderbrück wird vom Regierungsrat am 29.12.1933 eine weitere Fabrikordnung genehmigt.

In der ausserordentlichen Generalversammlung vom 31. Oktober 1935 wird die Dominanz der schwedischen Seite noch weiter sichtbar: Gustav Widgren, schwedischer Staatsangehöriger, Direktor in Zürich, führt nunmehr Einzelunterschrift. Die beiden anderen Verwaltungsräte Hermann Moser und Hans Peyer zeichnen kollektiv unter sich.

Die Fabrik wäre bei voller Betriebsausnutzung in der Lage, den gesamten Schweizer Bedarf an Zündhölzern zu decken; sie hat 3 Kompletmaschinen im Einsatz. Zu dieser Zeit ist der Zündholzvertrieb wie auch das Beschaffungswesen bereits aus der Fabrik ausgegliedert und in den Händen der dafür berufenen Firma Etincelle.

Im Jahr 1936 / 1937 hat die Aktiengesellschaft auch sehr schwer unter dem Dumping-Import von Zündhölzern aus der Sowjetunion zu kämpfen. Die Fertigung in Kanderbrück wird gedrosselt und einige Arbeiter entlassen. Es muss hier gesagt werden, dass bereits damals die Fabrik an entlassene Arbeiter jährliche Pensionen bewilligte, einige Arbeiter erhielten dafür bloss Abfindungen. Diese Situation lässt verschiedene Behörden aufhorchen und es kommt zu einer umfangreichen Korrespondenz zwischen Helios, Direktion des Innern, Volkswirtschaftskammer des Berner Oberlandes usw.

Im Jahr 1937 muss der Bund einschreiten, was er durch die beim Volkswirtschaftsdepartement berufene Preiskontrollstelle auch tut. Diese Kontrollstelle legt für die Zündholzindustrie Mindestpreise fest, unter denen die Fabrikanten ihre Ware nicht verkaufen dürfen. Als weiteres wird ein Abkommen der schweizerischen Zündholzfabrikanten angestrebt, das danach auch von den einzelnen unterschrieben wird, in dem für die jeweiligen Zündholzarten jährliche Produktionsmengen festgelegt werden. Es handelt sich hierbei um ein freiwilliges Abkommen, dass 3 Jahre gelten soll. Wie hoch die Produktionsmengen für Kanderbrück waren ist nicht genau bekannt, da im Abkommen Helios im ganzen bedacht war. Es wird darauf hingewiesen, dass Kanderbrück den ganzen Limit von Wimmis übernommen hat. Aus Wimmis wird auch die Produktion von Bengalhölzchen und Wunderkerzen übernommen. Dies alles verlangt einen Ausbau und Modernisierung der Fabrik, was unter einigen Voraussetzungen vom Volkswirtschaftsdepartement am 15.12.1938 genehmigt wird.

Wie aus einigen publizierten Beschlüssen der Generalversammlung zu sehen ist, wird im Laufe der Jahre das Stammkapital der Gesellschaft herabgesetzt. Das Stammkapital betrug im Jahr 1918 noch 1.200.000 Fr. um im Jahr 500.000 Fr. zu erreichen.

Am 17.12.1937 wird in den Verwaltungsrat Eduard Theilkäs, von Niederstocken, in Frutigen, gewählt. Er war vordem Eigentümer und danach Präsident der A.G. in Wengi, die bereits im Jahr 1936 geschlossen worden ist. Ab den 9.04.1938 gibt es dann in Kanderbrück zwei Direktoren, die Herren Hermann Moser und Eduard Theilkäs.

Nachdem im Jahr 1940 auch die Zündholzfabrik Hs. Zumstein A.G. in Wimmes vom Konzern geschlossen wird, werden deren Warenzeichen auf die Fabrik in Kanderbrück übertragen.

Am 1.08.1944 tut die Belegschaft etwas, was es noch nie gab, es kommt zum Streikt. Die Arbeit wird niedergelegt, weil die Firmenleitung den seit 25 Jahren im Betrieb stehenden Arbeiter Albert Schmid gekündigt hat. Dieser vertrat die Belegschaft immer bei den Lohnforderungen und war in der Gewerkschaft. Er wurde mit der Zeit für die Direktion unbequem. Leider ist uns vorerst nicht bekannt, wie lange der Streik gedauert hat, und ob die Kündigung zurückgenommen worden ist.

Im Jahr 1947 wird eine weitere Baugenehmigung erteilt. Der Neubau darf bloss zur Fertigung der sog. schwedischen Zündhölzer genutzt werden.

Im Jahr 1956 kommt es zu grösseren Änderungen im Verwaltungsrat und der Direktion. Aus dem VR ist ausgeschieden der Präsident Gustaf Widgren infolge Demission und das Mitglied Hermann Moser infolge Todes. Als Präsident des VR wurde neu gewählt das bisherige Mitglied Frit Ljungberg, Schwedischer Staatsangehöriger, in Zürich. Der VR ernannte als Direktor Eric Widgren, schwedischen Staatsangehörigen, in Nyon. Ferner erteilte er Prokura an Werner Gruber, von Bätterkinden, in Frutigen. Eric Widgren und Werner Gruber zeichnen zu zweien unter sich oder mit dem Direktor Eduard Theilkaes.

Aus den Jahren 1959 / 1960 ist das Bauvorhaben einer Transformatorenstation und einer Krananlage bekannt. Es wird auch über weitere Bauvorhaben berichtet.

Im Jahr 1959 kommt als Prokurist Stig Ekmark nach Kanderbrück, der bis zur Schliessung der Fabrik auch hier bleibt und danach nach Nyon versetzt wird.

Die fabrik wird vom Eidg. Fabrikinspektorat gelobt. Es wird festgestellt, sie sei durch Neubauten und Neueinrichtungen bald eine Musterfabrik geworden. Im Jahr 1959 werden hier noch 120 Arbeiter beschäftigt.

Am 8.09.1961 wird veröffentlicht, dass Eduard Theilkäs infolge Todes aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden ist. Im Jahr 1963 verabschiedet sich aus Kanderbrück auch der Direktor Eric Widgren.

«Der Bund» berichtet am 12.1.1966 einige Einzelheiten aus der Vergangenheit. So soll der Schwedentrust seit 1957 rund 500.000 Fr. in die Fabrik investiert und auch neue Maschinen gekauft haben. Der aus Schweden stammende Stig Eckmark war voll dabei, den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten. Alles dies nutzte nicht viel, denn im Juni 1963 wurde den Arbeitern eröffnet, dass der Betrieb in Kanderbrügg sich nicht mehr rentiere. Die Fertigung der Haupterzeugnisse werde nach Nyon verlegt. In den folgenden Jahren verminderte sich der Bestand der Arbeiter durch freiwillige Austritte. Zum 1.1.1966 kam das endgültige Aus, die Fabrikation wurde eingestellt. Die Fabrikräume wurden jetzt noch durch einige Jahre als Lagerstätte für in Nyon hergestellte Zündhölzer genutzt.

Heute befindet sich hier im Oyweg 4 das Zeughaus. Die Immobilie ist nämlich am 28.04.1969 vom Eidg. Militärdepartement gekauft worden.

Kurz vor der Schließung der Fabrik gibt es ab 1964 in Kanderbrück noch einen weiteren Prokuristen, es ist Hans Göran Georges Dahlgren, schwedischer Staatsangehöriger, in Frutigen. Obwohl die Fabrik bereits seit dem 1.1.1966 stillgelegt ist, bleibt die Aktiengesellschaft als solche noch einige Jahre aktiv. Es gibt neue Verwaltungsrat-Mitglieder, Prokuristen usw.