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Forschung


Zündholzfabriken im Kanton Schaffhausen


Der Kanton Schaffhausen scheint nach unserem Wissensstand ein schlechtes Pflaster für die Zündholzproduktion gewesen zu sein. Unsere historischen Recherchen bis zurück ins Jahr 1850 haben keinen eindeutigen Beweis erbracht, dass in diesem Kanton tatsächlich je Zündhölzer produziert worden sind.

Wohl sind bei der Brandassekuranz bereits 1852 die Gebäude in fünf verschiedene Gefahrenklassen eingeteilt worden. Für die fünfte Klasse wurden explizit Gebäude zur Herstellung von Zündhölzern erwähnt.

Im Brandassekuranzbuch der Gemeinde Neunkirch wird ein massiver Steinbau für eine Zündholzfabrikation anno 1860 in die Risikokategorie 3 zurückgestuft. Stilllegung einer möglichen Produktionsstätte?
Vor einer Fabrikationsaufnahme musste vom Betreiber die sog. Betriebserlaubnis vom Kanton vorliegen. Diese war im eidgenössischen Regulativ vom 6.April 1880 über die Fabrikation von Zündhölzern festgelegt worden. In einem Schreiben vom 10.Januar 1883 an das Schweizerische Handelsdepartement berichtet der Präsident des Regierungsrates des Kantons Schaffhausen unter anderem: „…In unsrem Kanton besteht nur ein Etablissement in welchem Zündhölzchen fabriziert werden. Der betreffende Fabrikant ist speziell auf die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam gemacht worden…“. Leider ist in den Unterlagen weder ein Name noch eine Ortschaft erwähnt.

In der „Schaffhauser Kantonsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ findet man folgenden Hinweis unter der Rubrik: Neue Fabrikationsbetriebe auf dem Lande: „… ein weiterer Neunkirchner stiess 1861 mit seinem Vorhaben, mitten im Ort eine Werkstätte für die Fabrikation chemischer Zündhölzer zu etablieren, bei den Behörden auf entschiedenen Widerstand.

Bereits 1852 war in Büttenhardt eine Zündholzfabrik geplant worden. Ob dieses Projekt je zustande gekommen ist, bleibt ungewiss.
Einen weiteren Hinweis auf eine mögliche Zündholzproduktion finden wir im Amtsblatt des Kantons Schaffhausen vom 28. März 1882: Unter Bauausschreibungen ist zu lesen: Herr Josef Bosshard beabsichtigt nach dem auf dem städtischen Baubureau aufgelegten Bauplane im Hause des Herrn Wildberger-Tabakfabrikant- in der Mühlenstrasse eine Zündholzfabrik einrichten zu lassen. Allfällige Einsprachen sind bis zum 7. April 1882 schriftlich einzugeben.
Als Antwort auf dieses Begehren finden wir im Ratsprotokoll: „Die Bewilligung wurde vom Regierungsrat am 12.April 1882 erteilt unter der Bedingung, dass der Kamin vom Boden bis über den First neu erstellt werden muss. Ebenfalls müssen die Türen mit Eisenblech beschlagen sein und hinter dem Ofen muss eine Feuermauer erstellt werden.

Einen weiteren möglichen Hinweis zur Produktion von Zündhölzern im Kanton Schaffhausen finden wir im Amtsblatt für den Kanton Schaffhausen vom 15.Dezember 1860. Darin ist zu lesen: Wilhelm Schacher aus Neunkirch, ist willens, bei seinem Hause eine Werkstätte zur Fabrikation chemischer Zündhölzer errichten zu lassen. Eine regierungsrätliche Stellungnahme ist im Protokoll vom 4. Januar 1861 publiziert worden. Darin ist festgehalten: Es ist entweder das fragliche Gewerbegebäude 100 Fuss entfernt von jedem anderen Gebäude zu erstellen, oder an dem vorgeschlagenen Platze ein vollständig feuersicheres, das ist nur aus Stein und Eisen bestehendes Gebäude zu errichten. Weiter lesen wir: Immerhin aber bleibt die Angelegenheit, den privaten Einsprachen vorbehalten so, dass vor Beseitigungen derselben von einem Bau auf dem vorgeschlagenen Platze keine Rede sein kann.

Fazit: Wie eingangs erwähnt, gibt es Hinweise und Fakten welche die Möglichkeit einer ehemaligen Zündholzproduktion im Kanton Schaffhausen nicht ausschliessen. Allerdings ist in Sammlerkreisen weder eine Zündholzetikette noch eine Zündholzschachtel aus diesem Kanton bekannt.

Schweizerisches Zündholzmuseum, Ernst Glanzmann, Oktober 2008