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Forschung


Zündholzfabriken im Kanton Zürich

Amtsbezirk Horgen


Die allgemeinen Angaben zur Zündholzindustrie im Kanton Zürich sind bereits unter Zürich Stadt und Amtsbezirk Zürich zu finden. Im Amtsbezirk Horgen des Kantons Zürich, befanden sich ehemals Zündholzfabriken in folgenden Orten:
Bendlikon, Böndler, Richterswil, Wädenswil
1845 - 1861 Bendlikon, Gemeinde Kilchberg

Zündholzfabrik von Jakob Sauter ( Suter ) im Mönchhof

Es war ein ganz kleiner Betrieb über den der Bezirksarzt im Jahr 1846 berichtet, dass er aus einem gemauerten freistehenden Nebengebäude bestand. Schwefeln und Tunken besorgte Herr Sauter selbst. Die übrigen Arbeiten besorgten drei Minderjährige von 14 und 15 Jahren. Also auch hier ist Holzdraht von auswärts gekauft worden.

Im Jahr 1854 übernimmt dieser Betrieb Jean ( Johannes) Eichholzer, auch er beschäftigt nur fünf minderjährige Arbeiter. Sowohl die rohen Zündhölzchen, wie auch Schachteln wurden in der Fabrik selbst hergestellt. Der letzte Hinweis auf diese Fabrik stammt aus dem Jahr 1861. Der Name Jean Eichholzer ist danach im Zusammenhang mit der Zündholzfabrik in Albisrieden zu finden.

1880 - 1883 Bendlikon, Gemeinde Kilchberg

Sicherheitszündholzfabrik Eduard Hardmeyer

Die Gründung der Fabrik erfolgte gleich nach der Einführung des Verbots von gelben Phosphor. Eduard Hardmeyer war Erfinder einer neuen Streichmasse, in der kein gelber Phosphor enthalten war. In seiner Firma sind aber auch Taschenfeuerzeuge hergestellt worden, die mit einer Reibfläche versehen waren. Die Rezeptur seiner Streichmasse bot er dem schweizerischen Handels und Landwirtschaftsdepartement zur allgemeinen Verwendung an. Die damals empfohlenen Zündmassen enthielten zwar nicht den schädlichen Phosphor, waren aber von der Art her sehr unzuverlässig beim entzünden.

Die Zündhölzer von Eduard Hardmeyer sind bereits in die uns noch heute bekannten Schwedenschuber verpackt worden. Wie die maschinelle Ausstattung dieser Fabrik ausgesehen hat, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Nach der Aufhebung des Verbots von gelbem Phosphor im Jahr 1882 kam es auch zum Niedergang dieser Fabrik.

1845 Böndler, Gemeinde Kilchberg

Zündholzfabrik der Gebrüder Ignaz und Johannes Wannenmacher unter der Nummer 111b

Die Herstellung von Zündhölzchen muss hier bloss eine ganz kurze Zeit stattgefunden haben, denn es fehlen gänzlich in weiteren Jahren Hinweise auf diese Fabrik.

1845 - 1861 Böndler, Gemeinde Kilchberg

Zündholzfabrik von Jakob Suter, später Heinrich Trachsel unter der Nummer 162 und 163

Die Fabrik war in zwei Gebäuden untergebracht und beschäftigte bis zu 25 Arbeiter meistens weiblichen Geschlechts und minderjährig. Es war für die damalige Zeit ein Betrieb , der sich zu den grösseren zählen konnte.

Ab dem Jahr 1846 gehört die Fabrik den Gebrüdern Suter, welche sie bis 1858 betreiben. Zwischen 1858 und 1861 ist sie im Besitz von Heinrich Trachsel, bei dem die Anzahl der Beschäftigten bis auf zehn abgebaut wird.

1845 - 1847 Richterswil

Zündholzfabrik von Johann Hiestand

Au diese Fabrik , die wahrscheinlich 1845 gegründet worden ist, gibt es nur sehr wenige Hinweise. Es waren hier bloss zwei Arbeiter beschäftigt, wobei die Fertigung mit ganz einfachen Mitteln vorgenommen wurde. Nach kurzer Dauer fehlen weitere Hinweise zu diesem Betrieb.

1846 - 1848 Richterswil

Zündholzfabrik von Ferdinand Meier & Johann Strickler, später nur Meier

Es wird im Jahr 1846 amtlich bekannt, dass in der Scheune von Heinrich Strickler unter der Nummer 72 b die Zündholzfabrikation betrieben wird. Diese Fabrikation wird von Strickler und Meier in ganz einfachen Verhältnissen vorgenommen. Nach dem Gesuch um eine offizielle Bewilligung bekommen die Betreiber eine ganze Menge Auflagen.

Im Jahr 1848 steigt Strickler aus den Geschäft aus, für ganz kurze Zeit wird die Fertigung noch von Ferdinand Strickler betrieben.

1842 - 1847 Wädenswil

Chemische Zündholzfabrik von Joh. Heinrich Walder

Diese Zündholzfabrik muss 1842 oder auch schon früher gegründet worden sein, denn sie ist bereits im Adressbuch aus obigem Jahr erfasst. Die Fabrikation findet in einem besonders dafür eingerichteten, aus zwei Räumen bestehenden Gebäude. Im ersten Raum wird Holzspann und weiter rohe Zündhölzer hergestellt. Im zweiten Raum findet das Tunken der Hölzchen in der Zündmasse statt. Diese Arbeit erledigt der Eigentümer mit zwei erwachsenen Arbeitern. Alle anderen Arbeiten erledigen acht Personen die 12 bis 16 Jahre alt sind. Die Fabrik musste auf damalige Verhältnisse ordentlich geführt worden sein.

1848 - 1849 Wädenswil

Zündhölzchenfertigung von Heinrich Zollinger, Sohn.

Die Behörden erfahren im Jahr 1848, dass Heinrich Zollinger Zündhölzer herstellt. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Fertigung bereits früher aufgenommen worden ist.

Die Fertigung findet hier quasi in der Wohnung statt, unter Bedingungen die von den Aufsichtsbehörden nicht akzeptiert werden. Der letzte Hinweis auf die Fabrik stammt so auch aus dem Jahr 1849, wo sie wahrscheinlich aufgegeben worden ist.

1845 Wädenswil

Zündholzfabrik von Heinrich Weber

Über diese Fabrik gibt es bloss einen einzigen Hinweis, aber keine Dokumente im Archiv.

Es muss sich hier um eine ganz kleine Fabrik handeln, die bereits nach einer ganz kurzen Zeit eingegangen ist.

1845 - 1851 Wädenswil

Zündholzfabrik von Johann Jacob Schwarzenbach & Conrad Theiler und danach von weiteren Eigentümern unter der Nummer 659

Die Behörden erfahren im Jahr 1846, dass Jacob Schwarzenbach Zündhölzer herstellt.

Die Fertigung ist vielleicht schon viel früher aufgenommen worden. Natürlich auch hier entsprachen die Verhältnisse nicht den damals gestellten Bedingungen, worüber es einige Berichte gibt. Die Fabrikation fand im Wohnhaus selbst und im anliegenden Anbau statt. Es handelte sich hier um einen ganz kleinen Betrieb. In den Jahren 1850 und 1851 ist die Fabrik im Besitz von Kasper Treichsler. Im Jahr 1851 erwerben die Fabrik die Herren Schäppi & Kleiner, danach verlieren sich weitere Hinweise auf diese Fabrik.

1848 - 1849 Wädenswil

Zündholzfabrik von Schweiter und Künzli

Die Frage, ob es sich hier um einen Künzli handelt, der auch woanders als Besitzer einer Zündholzfabrik ausgewiesen ist, kann nach heutigen Erkenntnissen nicht beantwortet werden. Die Information über das Bestehen dieser Fabrik wird den Behörden im Jahr 1848 zugespielt. Das Fabrikationsgebäude ist mitten im Dorf errichtet worden, was den Nachbarn natürlich nicht besonders gefallen hat.

Die letzte Information über diese Fabrik ist im Jahr 1849 zu finden.

1861 - 1868 Wädenswil

Zündholzfabrik von Johannes Stucki im Oberort Wädenswil, unter der Nummer 526A

Johannes Stucki beantragt die Betriebserlaubnis im Jahr 1861 und erhält nach Besichtigung der für Zündholzfertigung vorgesehenen Räumlichkeiten eine ganze Menge Bemerkungen und Auflagen. Der Umbau und die Adaptation dauern bald zwei Jahre, es lässt sich aber nicht ausschliessen, dass bereits in dieser Zeit Zündhölzer hergestellt worden sind. Auch bei dieser Zündholzfabrik handelte es sich um einen kleineren Betrieb in dem bloss einige Arbeiter beschäftigt waren.

Der letzte Hinweis auf diese Fabrik ist im Jahr 1868 zu finden.