Schweizerisches Zündholzmuseum | c/o Beat Wasser, Zürichstrasse 2 | 4665 Oftringen | www.zuendholzmuseum.ch
Hauptbild
suchen Home / Museum / Museum / Forschung / ZH, Amtsbezirk Pfäffikon  

Forschung


Zündholzfabriken im Kanton Zürich

Amtsbezirk Pfäffikon


Die allgemeinen Angaben zur Zündholzindustrie im Kanton Zürich sind bereits unter Zürich Stadt und Amtsbezirk Zürich zu finden.

Im Amtsbezirk Pfäffikon des Kantons Zürich, befanden sich ehemals Zündholzfabriken in folgenden Orten:

Bläsimühle-Madetswil, Dürstelen, Fehraltorf, Madetswil, Moos

1886 - 1929 Bläsimühle-Madetswil, Gemeinde Russikon

Zündholzfabrik von Heinrich Hürlimann in der Oberen Bläsimühle

Die Fabrik ist im Jahr 1886 gegründet worden, wobei Hürlimann zunächst bloss Zündholzdraht herstellte. Die Fabrik hatte einen Wasserkraftantrieb und war mit einigen Maschinen ausgestattet. In der Anfangszeit waren hier fünf Arbeiter und später bis neun Männer und Frauen beschäftigt. Ausser der Zündholzfabrik ist wahrscheinlich auch eine Mühle betrieben worden. Die Geschäfte in der Anfangszeit mussten nicht sehr gut gegangen sein, denn 1895 kam es zum Konkurs, der aber noch abgewendet werden konnte.

Im Jahr 1896 wird die Zündholzfabrik wie auch die Mühle von Frau Rosa Hürlimann geb. Weber übernommen. Das Verwandtschafts-Verhältnis zu Heinrich Hürlimann muss noch geklärt werden. Im Jahr 1902 wird die Fabrik vom Sohn Heinrich, Rudolf Hürlimann übernommen, der sie bis 1929 betreibt. Vermutlich ist die Fabrik seitens des schwedischen Kreuger Konzerns aufgekauft und stillgelegt worden.

Im Jahr 1923 betrug die Fertigung 4.099 Kisten Zündhölzer, wobei es sich sowohl um Sicherheitszündhölzer wie überall entzündbare Hölzchen handelte.

1848 Dürstelen, Gemeinde Hittnau

Zündholzfabrik von Ulrich Kündig

Hinweise zu dieser Fabrik gibt es bloss aus dem Jahr 1848. Die neu eingerichtete Fabrik soll über 20 Arbeiter beschäftigt haben. Ihr bestehen war aber von ganz kurzer Dauer.

1860 - 1945 Fehraltorf

Zündholzfabrik von Heinrich Schätti später von Gotthilf , Heinrich Fischer, in der Au.

Die mechanisch-chemische Zündholz- und Baumwollwattenfabrik ist im Jahr 1860 vom Heinrich Schätti gegründet worden. Die Gebäude dieser Fabrik sind noch heute teilweise erhalten, werden aber nicht gewerblich genutzt.. Im Jahr 1866 brannte die Fabrik ab, um sie wieder aufzubauen holte sich Heinrich Schätti einen Kommanditär, es war Emanuel Preiswerk aus Basel. In das Geschäft stieg zur dieser Zeit auch der Sohn Ernst Schätti ein.

Zwischen 1876 und 1885 sind als Inhaber der Firma H. Schätti & Co., Zündholz- und Wichsefabrikation, Ernst Schätti und Emanuel Preiswerk ausgewiesen. Ab 1885 befindet sich die Firma im alleinigen Besitz von Ernst Schätti, der sie im Jahre 1896 an Gotthilf Heinrich Fischer verkauft. Gotthilf Fischer war bereits ab 1893 als Prokurist in der Fabrik tätig. Die Fabrik wird jetzt unter den Namen G. Fischer Zünd- und Fettwarenfabrik geführt. Zur Angebotspalette gehörten: Zündhölzer aller Art geschwefelt und paraffiniert, Kunstfeuerwerk aller Art, Asbest –Feueranzünder, Kerzen aller Art, Schuh-Creme „Ideal“, Lederfett und Lederöl, Leder Appretur und Lack, Wagenfett und Huffett, Bodenwichse und Bodenöle, Stahlspäne, Maschinenöle und Fette, Metall Putzpräparate, Speise-Essig Essenz usw. Die meisten dieser Produkte dürften in der Fabrik selbst hergestellt worden sein. Die Fabrik besass eine Wasserturbine und war ausgestattet mit einigen Maschinen. In der besten Zeit waren hier bis zu 70 Personen beschäftigt. Im Jahr 1908 aber bloss noch 23 und deren Anzahl nahm in den nächsten Jahren weiter ab. Die Söhne vom verstorbenen Gotthilf Fischer haben die Fertigung von Zündhölzern bereits ab 1927 aufgegeben und beschäftigten sich bloss noch mit deren Handel. Es ist nicht ausgeschlossen, dass vor der Fertigungsaufgabe der Zündhölzer ein Abkommen mit dem Kreuger-Konzern abgeschlossen worden ist.

1893 - 1897 Fehraltorf

Leemann & Weilenmann, Zündholzfabrik, bei der unteren Mühle

Die Kollektivgesellschaft von Emil Leemann und Jakob Weilenmann, Sohn ist 1893 gegründet worden. Der Vater von Jakob Weilenmann betreibt zur dieser Zeit bereits eine Zündholzfabrik in Madetswil, die im 1897 vom Sohn übernommen wird.

Die Kollektivgesellschaft hat sich 1895 aufgelöst, Eigentümer der Fabrik ist jetzt bis 1897 alleinig Jakob Weilenmann. Bei der Fabrik handelt es sich um ein freistehendes Gebäude, dass zum Zweck der Zündholzfabrikation neu eingerichtet wird. Die vom Fabrikinspektor gestellten Bedingungen und Bemerkungen werden dabei voll berücksichtigt. Nach der Übernahme der von seinem Vater geerbten Fabrik in Madetswil wird die Fabrikation 1897 in Fehraltorf aufgegeben.

1851 - 1853 Madetswil, Gemeinde Russikon

Zündholzfabrik von Karl Künzli und danach Heinrich Künzli.

Im Jahr 1845 gründet Karl Künzli eine Zündholzfabrik in Madetswil. Der letzte Hinweis auf Karl ist im Jahr 1847 zu finden. Im Jahr 1851 gibt es wiederum den ersten Hinweis auf die Zündholzfabrik von Heinrich Künzli.

Der letzte war bereits in den Jahren 1845 bis 1848 zusammen mit seinen Bruder Johannes Miteigentümer einer Zündholzfabrik in Wolfhausen. Heinrich Künzli besass also nach damaligen Anforderungen die Berufsfähigkeit zur Führung einer Zündholzfabrik. Ob die Fabrik von Karl und Heinrich sich in den selben Räumlichkeiten befunden hat, und ob ein Verwandtschaftsgrad bestand muss noch geprüft werden.

Die Fabrikationsbedingungen in Madetswil mussten nicht optimal gewesen sein, denn immer wieder enthalten die Kontrollprotokolle irgendwelche Beanstandungen. Im Jahr 1853 beschliest Heinrich Künzli die Verlegung seiner Fabrik nach Riedikon.

Auch bei dieser Fabrik hat es sich um einen ganz kleinen Betrieb gehandelt.

1850 - 1859 Madetswil, Gemeinde Russikon

Zündholzfabrik von Jakob Hagendorn

Die Bewilligung zur Zündholzfabrikation ist Jakob Hagendorn im Jahr 1850 erteilt worden. Bereits im Jahr 1851 steigt in den Betrieb auch sein Bruder Heinrich ein. Gemeinsam betreiben sie die Fabrik bis 1853, wo Jakob seine eigene Fabrik in Gutenswil gründet.. Bereits im Jahr 1854 wird die Fabrik an Heinrich Stutz verkauft, der sie bis 1859 betreibt. Es war eine kleine Fabrik in der bloß 5 Personen beschäftigt waren und Zündhölzer mit Köpfen aus gelben Phosphor herstellten.

1867 - 1927 Madetswil, Gemeinde Russikon

Zündholzfabrik von Jakob Weilenmann

Die Bewilligung zur Betreibung einer Zündholzfabrikation wird Jakob Weilenmann im Jahr 1867 erteilt. Es handelte sich hier zunächst um eine ganz kleine Einrichtung so, dass der Fabrikinspektor noch im Jahr 1879 berichtet:, „ von einer Fabrik im Sinne des eidg. Fabrikgesetzes nicht die Rede sein kann, da bloss Weilenmann selbst, seine Frau und ein Knecht sich mit der Fabrikation beschäftigen.“

Im Jahr 1897 wird die Fabrik vom Sohn, Jakob Weilenmann übernommen, in dieser Zeit sind hier 4 Arbeiter beschäftigt. Nach Einführung des Verbots des Nutzung von gelben Phosphor, muss Weilenmann in der Fabrik grössere Umbauten vornehmen, um eine weitere Betriebsgenehmigung zu erhalten. In dieser Zeit arbeiten hier bereits 7 Personen. Im Jahr 1922 stellt Weilenmann einen weiteren Bauantrag für die Erweiterung der Gebäude, um u.a. :, Platz für eine Rundschachtelmaschine zu bekommen, wie sie die meisten Fabriken schon längst besässen.

Im Jahr 1927 wird die Zündholzfabrikation aufgegeben, was vielleicht das Ergebnis eines Vertrags mit dem Kreuger Konzern sein konnte. In den Fabrikräumen wird danach eine mechanische Hausschuhfabrik etabliert.

1846 - 1929 Madetswil, Gemeinde Russikon

Zündholzfabrik der Familie Leemann und danach von Heinrich Weber.

Ludwig Leemann gründet im Jahr 1846 die erste Zündholzfabrik in Madetswil, unter der Nummer 47 in der, wahrscheinlich ohne Bewilligung, Zündhölzer hergestellt worden sind. Die eigentliche Konzession für den Betrieb stammt erst aus dem Jahr 1848. Bei der Fertigung arbeiten, der damals 36 Jahre alte Ludwig Leemann, ein Tagelöhner, sowie zwei Kinder von Leemann im Alter von 13 und 12 Jahren. Die Fertigung fand in zwei Räumen statt. Im Jahr 1861 wird die Fabrik vom Sohn , Jacob Leemann übernommen. Auch seine Kinder arbeiten bei der Fabrikation mit, es wird sogar berichtet, dass seine Tochter an Phosphornekrose erkrankt ist. Die Fabrik wird ständig, wie auch andere Fabriken, seitens der Behörden kontrolliert. In den Protokollen dieser Kontrollen sind immer wieder verschiedene Beanstandungen ausgewiesen, auch solche die trotz Anmahnung nicht behoben worden sind. So kommt es auch das im Jahr 1879 ein amtlicher Fertigungsverbot ausgesprochen wird. Nach einigen Umbauten wird die Fabrik unter neuer Bezeichnung, Gebrüder Leemann, wieder in Betrieb genommen.

Als Eigentümer werden Ludwig, Jacob und Johannes Leemann angegeben.

Bereits im Jahr 1881 ist die Sozietät aufgelöst und Jacob Leemann ist alleiniger Eigentümer.

Im Jahr 1889 beschliesst Leemann die Fabrik zu verkaufen und eine neue in Räterschen-Elsau zu erwerben.

Neuer Besitzer der Fabrik ist Heinrich Weber. Er baut die Fabrik entsprechend aus, und installiert auch einige Maschinen, u.a. Maschinen für automatische Fabrikation von runden Zündholz - Kartonschachteln (1903).

Im Jahr 1920 stirbt Heinrich Weber, seine Fabrik wird weiter vom Sohn Heinrich geführt. Es werden bis zu 15 Personen beschäftigt, der Produktionsausstoss beträgt im Jahr 1923 5'941 Kisten. Im Jahr 1929 wird die Fabrik aufgegeben. Auch hier sind weitere Nachforschungen notwendig, ob dies im Zusammenhang mit den Aktivitäten des Kreuger Konzerns geschehen ist.

1845 - 1846 Moos, Gemeinde Weisslingen

Zündholzfabrik von Johann Künzli und dessen Sohn Carl.

Es handelt sich hier um einen ganz kleinen Betrieb, der bloss im Jahr 1845 und 1846 erwähnt wird. In den Akten aus 1846 wird darauf hingewiesen, daß die Fertigung bereits seit ein Paar Jahren stattfindet. Um genau festzustellen, wann bereits vor 1845 die Fertigung aufgenommen worden ist, müssen weitere Nachforschungen unternommen werden.



Schweizerisches Zündholzmuseum

Dieter Weigelt, Dezember 2001

Quellenmaterial: siehe dazu, unter Stadt und Amtsbezirk Zürich