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Forschung


Zündholzfabriken im Kanton Zürich

Amtsbezirk Uster


Die allgemeinen Angaben zur Zündholzindustrie im Kanton Zürich sind bereits unter Zürich Stadt und Amtsbezirk Zürich zu finden.

Im Amtsbezirk Uster des Kantons Zürich, befanden sich ehemals Zündholzfabriken in folgenden Orten:

Brand, Brütten, Gutenswil, Nänikon, Neftenbach, Riedikon, Uster

1848 - 1862 Brand, Gemeinde Mönchaltorf

Zündholzfabrik von Gross-Egli unter der Nummer 151.

Die Fabrik ist im Jahr 1848 gegründet worden und beschäftigte zeitweilig bis zu 12 Personen. Obwohl die Fabrik offiziell bis 1862 ausgewiesen wird, soll die Fertigung bereits im Jahr 1858 eingestellt worden sein.

1846 Brütten

Zündholzfabrik von Rudolf Ritter

Es muss sich hier um einen ganz kleinen Betrieb gehandelt haben, von dem es nur eine Erwähnung aus dem Jahr 1846 gibt.

1845 - 1850 Brütten

Zündholzfabrik von Ulrich Fehr, unter der Nummer 15

Die Fabrik ist im freistehenden Gebäude gegründet worden, das auch als Dörrofen diente. Für die Fertigung sind aber noch weitere kleine Räumlichkeiten genutzt worden. Bereits im Jahr 1847 geht die Fabrik auf Jakob Schrei über, der sie bis 1850 betreibt.

Die Räumlichkeiten waren nicht optimal, denn im Jahr 1850 verlegt Jakob Schrei seine Fabrik nach Riedikon, wo er noch bis 1861 tätig ist.

1851 - 1854 Gutenswil, Gemeinde Volketswil

Zündholzfabrik von Jakob Hagendorn.

Jakob Hagendorn betrieb zunächst selbständig und danach mit seinem Bruder Heinrich eine Zündholzfabrik in Madetswil. Im Jahr 1851 fangen seine Bemühungen an, eine Fabrik in Gutenswil zu errichten, die er selbständig führen möchte.

Seitens der Direktion für Medizinalangelegenheiten des Kantons Zürich, werden von ihm einige Auflagen erfordert, wozu der Umbau des Gebäudes notwendig ist. Es handelte sich hier um einen ganz kleine Einrichtung, die bloss bis 1854 im Betrieb war.

1847 - 1875 Nänikon-Uster

Zündholzfabrik von Carl Künzli, unter der Nummer 77

Die Bemühungen um eine Betriebsgenehmigung finden bereits im Jahr 1846 statt, der Betrieb der Zündholzfabrik wird erst 1847 aufgenommen. Das Gebäude befindet sich 450-500 Fuss von anderen Gebäuden entfernt, besteht aber nur aus einen Raum .

Im Jahr 1858 wird berichtet, dass Carl Künzli selbst auch an Phosphornekrose erkrankt sei. In Folge der gesundheitsschädlichen Bedingungen bei der Zündholzfertigung, ist seitens des Statthalteramts die erteilte Erlaubnis zurückgezogen worden. Künzli muss an Ort ein beliebter Mann gewesen sein, der vielleicht auch vielen Menschen eine Verdienstmöglichkeit bot, was in der Petition die von 50 Personen unterschrieben war zum Ausdruck kommt. Die Fabrik wird wahrscheinlich in ein neues Gebäude verlegt, welches um einiges grösser ist und bereits aus zwei Räumen besteht. Die Fabrik besteht bis ins Jahr 1875 und es mussten in ihr einige Personen beschäftigt gewesen sein. Carl Künzli stirb im Jahr 1879 worüber auch in der deutschen Zeitschrift für Zündwaarenfabrikation berichtet wird.

1851 - 1900 Nänikon-Uster

Zündholzfabrik von Salomon Rinderknecht, später Gebr. Hager, sowie Johannes Denzler.

Salomon Rinderknecht lässt für die Fabrikation der Zündhölzer ein Gebäude ausserhalb des Dorfes unter der Nummer 88 bauen. Die Fabrik umfasste drei Räume: das Arbeitszimmer, Raum für das Schwefeln und Entlaugen , Raum für die Herstellung der Zündhölzchenbehälter. Bei der Fertigung waren bis 6 Arbeiter beschäftigt.

Im Jahr 1858 wird die Fabrik von den Gebrüdern Jacob und Kaspar Hager erworben und bis ins Jahr 1874 betrieben. In dieser Zeit brennt die Fabrikanlage ab.

An selber Stelle baut Johannes Denzler eine neue Fabrik auf , die auch schon mit einigen Maschinen ausgestattet ist. Nach Eintragungen in das Handelsregister besteht die Zündholzfabrik von Johannes Denzler bis zum 25.01.1900

In amtlichen Unterlagen aus dem Jahr 1896 ist dazu zu lesen, dass sie bereits seit Jahren geschlossen sein sollte.

1858 - 1859 Nänikon-Uster

Zündholzfabrik von Jacob Denzler

Der Maurer, Jacob Denzler soll Zündhölzer in den Jahren 1858 bis 1859 gefertigt haben.

Die Erwähnung ist so unzulänglich, dass es nicht ganz sicher ist, ob die Fabrikation überhaupt stattgefunden hat.

1845 Neftenbach

Zündholzfertigung des Johannes Fehr

Auch zur dieser Fabrik gibt es bloss einen einzigen Hinweis. Die Zündhölzchenfertigung muss mit ganz einfachen Mitteln betrieben worden sein.

1853 - 1863 Riedikon

Zündholzfabrik von Heinrich Künzli

Heinrich Künzli der vorher bereits Zündhölzer in Madetswil gefertigt hat verlegt 1853 deren Fertigung nach Riedikon.

Für die Fabrikation gibt es drei Räume, aber auch hier wird die Fertigung in ganz kleinem Rahmen vorgenommen.

Im Jahr 1863 wird die Fertigung wahrscheinlich eingestellt.

1850 - 1861 Riedikon

Zündholzfabrik von Jakob Schrei

Jakob Schrei, der zunächst Besitzer einer Zündholzfabrik in Brütten gewesen ist, verlegt im Jahr 1850 die Fabrikation nach Riedikon. Auch am neuen Platz sind die Fabrikationsbedingungen nicht optimal und werden seitens der Amtsärzte beanstandet.

Bei der Fabrik von Schrei handelte es sich um ein ganz kleines Familienunternehmen, wo mit ganz einfachen Methoden Zündhölzer mit Kopf aus gelben Phosphor hergestellt worden sind. Im Jahr 1861 wird berichtet, der Betrieb sei eingegangen.

1860 - 1861 Uster

Zündholzfabrikation von Konrad Künzli.

Über diese Fabrik gibt es bloss Berichte aus den Jahren 1860 und 1861, es ist nicht ganz sicher, ob es sich hier um die gleiche Fabrik handelt, über die als Carl Künzli aus Nänikon-Uster berichtet worden ist. Um etwas genaueres zu Erfahren sind hier weitere Nachforschungen notwendig.



Schweizerisches Zündholzmuseum

Dieter Weigelt, Dezember 2001

Quellenmaterial: siehe dazu, unter Stadt und Amtsbezirk Zürich